
Der EZB-Präsident ist bereit, die Geldpolitik zu lockern. Nun hat er auf eine Kritik des amerikanischen Präsidenten reagiert – und sie zurückgewiesen.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat eine baldige geldpolitische Lockerung für den Fall angekündigt, dass sich die Wirtschaft aus Sicht der Eurozone nicht bessert und die Inflationsrate keine Anzeichen zeigt, sich dem Ziel von knapp unter 2 Prozent anzunähern. Die Zentralbank verfüge über die notwendigen Instrumente, sagte Draghi auf der jährlichen Konferenz der EZB im portugiesischen Sintra.
Er erwähnte die Möglichkeit von Zinssenkungen ebenso wie eine Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms. Als Reaktion auf Draghis Äußerung stiegen die Kurse am Aktien- und am Anleihemarkt. Der deutsche Aktienindex Dax legte im Handelsverlauf um 2 Prozent auf 12328 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein Allzeittief von minus 0,325 Prozent. Bis zu einer Laufzeit von 15 Jahren weisen nun Bundesanleihen eine negative Rendite auf. Das sind 86 Prozent der im Umlauf befindlichen Bundeswertpapiere.
