
Der legendäre GT 2000 ist der Urahn. Für die fünfte Generation seines Sportcoupés kooperiert Toyota mit BMW. Der Supra glänzt mit harmonischen Fahreigenschaften und fabelhafter Agilität.
1978 kam der Urahn auf den Markt, der GT 2000. Jetzt debütiert die fünfte Auflage des Toyota-Sportcoupés als GR Supra. Der 4,38 Meter lange Flachmann wurde gemeinsam mit BMW entwickelt. Während der Z4 der Münchener als Kopfbedeckung ein Stoffmützchen trägt, fährt das japanische Gegenstück einen starren Blechhut spazieren. Beide werden bei Magna in Graz gefertigt.
Der Supra ist aufgrund eigenständiger Stoßfänger an Front und Heck rund sechs Zentimeter länger und wegen des Verzichts auf die hier überflüssigen Versteifungen im Unterboden 55 Kilogramm leichter als das Cabrio. Der Nippon-Sportler kostet bei gleicher Motorisierung rund 2000 Euro mehr. Dafür sei aber zum Preis von 62.900 Euro alles an Bord, was beim offenen Bruder extra bezahlt werden müsse, rechnet Toyota vor.
Äußerlich ist der Supra unverwechselbar dank seiner spitzen statt stumpf geformten Nase sowie des wuchtigen Hecks mit üppigen Flanken. Eine Fülle von Luftschlitzen ziert die Karosserie, einige von ihnen dienen eher dem Prestige als der Kühlung von Motor und Bremsen. Markant aber ist vor allem der Mittelscheitel des Dachs, zwei Hutzen vergrößern den Kopfraum von Fahrer und Beifahrer. Hinderlich ist dagegen der flache Türausschnitt, der beim Einsteigen ein demutsvolles Neigen des Kopfs fordert.
Unter der langen Haube wirkt der feine BMW-Reihensechser, der per Turboladung aus drei Liter Hubraum 340 PS generiert. 500 Nm Drehmoment schickt er über ein achtstufiges Automatikgetriebe über die Kardanwelle an die Hinterräder. Ein aktives Sperrdifferential verhindert das Durchdrehen der 19 Zoll großen Reifen weitestgehend und macht das Kurvenverhalten agiler. Motor- und Auspuffsound klingen im Innenraum martialischer als für Außenstehende. Der Federungskomfort des adaptiven Fahrwerks zeugt von einem gelungenen Kompromiss. Schlechte Straßen meistert der Supra lässig, bewegt sich dennoch flink und ohne nennenswerte Karosserieneigungen um die Ecken. Lenkung und Bremsen erweisen sich als engagierte Mitspieler. In 4,3 Sekunden sprintet das Coupé von 0 auf 100 km/h, bei 250 km/h wird abgeregelt.
Die Kuschelaffäre der beiden Sportfreunde aus Asien und Europa hat zu erfreulichen Ergebnissen geführt. Der Supra glänzt mit harmonischen Fahreigenschaften und fabelhafter Agilität, ist am Ende beinahe zu komfortabel, um den kompromisslosen Athleten zu geben. Das mag im ersten Augenblick verwundern, ist aber bei den üblichen Fahrten im Alltag eine überaus geschätzte Tugend.
