Opioid-Krise in Amerika: Will sich dieses Schmerzmittel-Imperium seiner Verantwortung entziehen?

Die Unternehmerfamilie Sackler machte mit Opioiden Milliarden. Ihr Konzern Purdue aber gilt bei vielen als böse. Zeitgleich mit einer Welle von Klagen steht jetzt ein möglicher Insolvenzantrag im Raum.
Es sah aus wie ein Konfettiregen. Aber die weißen Papierfetzen, die vor einigen Wochen im New Yorker Guggenheim-Museum zu Boden schwebten, waren nicht dazu gedacht, etwas zu bejubeln. Sie wurden von einer Gruppe von Demonstranten geworfen und sollten an ärztliche Rezepte erinnern. Sie sollten ein Symbol für die Schmerzmittelepidemie sein, die Zehntausenden von Amerikanern im Jahr das Leben kostet, und ein Protest gegen die Unternehmerfamilie Sackler, die mit einem als besonders gefährlich geltenden Medikament Milliarden verdient hat.
Mitglieder dieser Familie geben sich gerne als Kunstmäzene, sie haben viel Geld an kulturelle Institutionen gespendet, vom Guggenheim und dem Metropolitan Museum of Art in New York bis zum Pariser Louvre und dem Londoner Tate Modern. Entsprechend ist ihr Name an prominenter Stelle in diesen Einrichtungen zu sehen, etwa im Sackler Center for Arts Education im Guggenheim-Museum. Die Demonstranten wollen erreichen, dass diese Kulturstätten kein Geld mehr von den Sacklers nehmen und ihren Namen entfernen. „Schande über die Sacklers“ und „Gier tötet“ stand auf Transparenten bei dem Guggenheim-Protest, auf dem Boden wurden leere Pillendosen verstreut, manche aus der Gruppe legten sich zu einem „Die-in“ hin, taten so, als seien sie tot.
