
Sony macht mit dem Xperia 1 nur bei der Zählung einen Neuanfang. Mit ihrem weiter entwickelten Flaggschiff bleiben die Japaner an der Konkurrenz dran. LG hingegen lässt sich fallen.
Mehr denn je dominieren die großen Drei den Smartphone-Markt: Huawei, Samsung und Apple. Es fällt schwer für die Konkurrenz, am Trio dranzubleiben. 2018 wagten die Japaner eine Wende im Design, die der Xperia-Reihe gut getan hat. Das XZ3 enttäuschte allerdings weiterhin mit einer einlinsigen Kamera. Dass das generell kein Nachteil sein muss, zeigt Google mit seinem Pixel 3 XL. Doch im Gegensatz zu den Japanern hat der Internetgigant aus Kalifornien intelligente Software in Hintergrund laufen, sodass für viele Zwecke eine Kamera mit einer Linse reicht.
Für das Xperia 1, das gerade auf dem Mobile World Congress vorgestellt wurde, hat Sony nun drei Objektive auf den Rücken gepackt. Wie bei anderen Smartphones auch hat der Nutzer dadurch eine Linse, mit der er den Dingen näher rückt, in diesem Fall ein zweifach optischer Zoom. Mit dem Super-Weitwinkelobjektiv lässt sich gerade im Querformat mehr von einer Szene einfangen. Sony betont auf dem MWC immer wieder, dass die Software noch nicht final sei. Die Fotos, die wir ausprobiert haben, machen schon einmal einen sehr guten Eindruck. Videos konnten wir noch nicht testen. Technisch sind die besten Voraussetzungen da. Die Kamera schafft 4K-Videos mit HDR im 21:9-Format aufzunehmen.
Wie ein Video in diesem Format aussieht, konnten wir kurz ausprobieren. Hält man das Smartphone mit einem Bildschirm in der Hand, der das Seitenverhältnis abbilden kann und somit komplett ausfüllt, spielt es seinen Vorteil aus. Das Verhältnis von 21:9 ist allerdings ungewöhnlich, weil man es eigentlich nur von der Kinoleinwand kennt. Allerdings müssen sich erst einmal Inhalte in diesem Format finden lassen. Wie bei vielen Smartphones anderer Hersteller auch kann das Xperia 1 den Sound in Dolby Atmos über den Kopfhörer wiedergeben.
Sowohl bei der Technik für Videoaufnahmen als auch für Fotos kann Sony auf die Technologie aus anderen Bereichen des Unternehmens zurückgreifen. So setzt Sony zum Beispiel einen Autofokus mit Augenerkennung ein und verspricht, weitere Technologie aus den Kameras der Alpha-Serie einzusetzen. Da die Japaner erfolgreich Filmkameras produzieren und den Kameramarkt mit ihrer Alpha-Serie aufgemischt haben, sollte es Sony endlich mal gelingen, gerade mit der Qualität von Fotos auf eine Ebene mit Huawei, Apple und Sony zu kommen. Das könnte mit dem Xperia 1 gelingen.
Das Design gefällt weiterhin bei Sony. Beim Xperia 1 ist nun endlich der Rand um den Bildschirm so schmal geworden, wie man es von Smartphones der Konkurrenz schon länger kennt. Beim Vorgängermodell war der obere und untere Rand noch zu hoch. Nicht nachzuvollziehen ist Sonys Entscheidung, den Ein- und Ausschalter und den Fingerabdrucksensor zu trennen. Um das Gerät anzuschalten, drückt man einen Knopf an der Seite, um dann den Finger auf eine Fläche darüber zu legen. Das ist umständlich. Zumal es bei der Konkurrenz gerade im Trend liegt, den Fingerabdrucksensor im Bildschirm zu verbauen oder das Gerät über Gesichtserkennung zu entsperren.
