
Italien kommt nicht aus der Misere, auch, weil jede Regierung von neuem ihr Heil in der Verschuldung sucht. Wie geht es weiter mit dem Land? Hier kommen vier Optionen.
Wie wurde Italien zum Problemfall für die Eurozone? Das Hauptproblem ist, dass Löhne und Preise in der Zeit vor der Euro-Krise relativ zu Deutschland viel zu schnell stiegen. So ist seit 1995, dem Jahr der endgültigen Euro-Ankündigung, ein Zuwachs des Preisniveaus italienischer Güter gegenüber dem Rest der Eurozone von etwa 25 Prozent und gegenüber Deutschland von 39 Prozent zu verzeichnen. Das hat die Wettbewerbsfähigkeit Italiens zerstört, ein Viertel der Industriefirmen vernichtet und die Produktion bis heute um 17 Prozent unter das Vorkrisenniveau fallen lassen.
Es gibt nun nur vier Optionen: (1) Die fehlende Wettbewerbsfähigkeit Italiens wird durch Dauertransfers im Rahmen europäischer Budgets kompensiert. (2) Italien hält seine Inflationsrate so lange unter dem Euro-Durchschnitt, bis die alte Preisrelation zum Rest der Eurozone wiederhergestellt ist (reale Abwertung). (3) Deutschland und vergleichbare Länder in Nordeuropa werden nachinflationiert. (4) Italien verlässt den Euroverbund – nicht aber die EU –, um abzuwerten.
