Dein Bauch gehört mir

Published 22/11/2018 in Familie, Gesellschaft, Gesundheit, Medizin, Wissen

Dein Bauch gehört mir

 
Leihmutterschaft: Für manche – insbesondere für Homosexuelle – ist sie der bisher einzige Weg zum eigenen Kind. Für andere ist sie eine neue Form der Sklaverei. Von Stefan Rehder.

Manchem galt Oregon schon immer als Paradies. Bereits die Schoschonen nannten das im Nordwesten der USA gelegene Territorium „oyer-un-gon“ – „Land des Überflusses“. Noch heute besteht der „Biberstaat“, wie Oregon wegen seiner ehemals dominierenden Forstwirtschaft auch genannt wird, zu 98 Prozent aus Landfläche. Mit einer Fläche von 255 000 Quadratkilometern ist der 33. US-Bundesstaat, der im Westen an den Pazifischen Ozean und im Osten über weite Strecken an den Snake River grenzt, der neuntgrößte der USA. Mangels Alternativen ist die Kinderwunschindustrie, die sich breit gemacht hat, längst ein harter Wirtschaftsfaktor. Nur im Süden Kaliforniens ist die Dichte von Samenbanken, Eizellspenderinnen- und Leihmutterschafts-Agenturen noch höher als hier. Gemeinsam mit seinen beiden Nachbarstaaten Kalifornien und Nevada im Süden zählt Oregon zu den sogenannten „green light states“. So werden in den USA diejenigen Bundesstaaten genannt, in denen weder Gesetze noch Rechtsprechung der wachsenden Nachfrage nach Leihmutter-Arrangements Grenzen setzen.

Einen Umstand, den der 1989 gegründete Fertilitätsdienstleister Oregon Reproductive Medicine (ORM) früh zu nutzen verstand. In Portland, der mit rund 640 000 Einwohnern größten Stadt Oregons, unterhält ORM gleich drei Fruchtbarkeitskliniken. Hier erfüllen Dr. Brandon Bankowski und sein 115 Mitarbeiter zählendes Team, soweit medizinisch möglich, jeden Kinderwunsch. Den von Alleinstehenden – Frauen wie Männern – genauso wie den von heterosexuellen und gleichgeschlechtlichen Paaren. Und all das völlig unabhängig vom rechtlichen Status der jeweiligen Beziehungen. Die Internetseite „menhavingbabies.com“ (dt.: „Männer haben Kinder“) feiert Bankowski denn auch als „einen der angesehensten und erfahrensten Ärzte, die LGBTQ-Eltern dabei helfen, ihre Familien mittels Eizellspenden und Leihmutterschaft in den USA aufzubauen“. Dabei kommen die Kunden von ORM längst aus der ganzen Welt. In den letzten Jahren hat Bankowski viel Zeit und Energie darauf verwandt, ORM in Europa und dem Nahen Osten bekannt zu machen. Vergangenes Jahr referierte er persönlich bei den „Kinderwunschtagen“ in Berlin. Das Thema: „Behandlungsoptionen in den USA – IVF, Eizellspende, Leihmutterschaft, Reproduktive Genetik“. Dabei sind Eizellspende und Leihmutterschaft hierzulande ausdrücklich verboten. Ärzte, die in Deutschland diesbezüglich tätig werden, machen sich nach dem Embryonenschutzgesetz strafbar. Auch die Vermittlung von Leihmutterschafts-Arrangements wird durch das deutsche Adoptionsvermittlungsgesetz unter Strafe gestellt. Gefragt sind beide Dienstleistungen jedoch auch hier.

Nicht umsonst hält das Auswärtige Amt unter der Überschrift „Hinweis zu ,Leihmutterschaften‘“ auf seiner Internetseite fest: „,Leihmutterschaftsverträge‘, in denen sich eine Frau bereit erklärt, sich einer künstlichen oder natürlichen Befruchtung zu unterziehen oder einen nicht von ihr stammenden Embryo auf sich übertragen zu lassen oder sonst auszutragen, sind in Deutschland sittenwidrig und damit nichtig.“

„Man muss Gesetz und Ethik trennen“, ist Bankowski überzeugt. „Wir geben unser Bestes, um Menschen zu helfen, wenn die Methoden in ihrem Heimatland nicht erlaubt sind.“ Für ORM – eigenen Angaben zufolge einer der größten Full-Service-Fertilitätsdienstleister in den USA – hat sich Bankowskis Berlin-Ausflug offenbar gelohnt. Auf den diesjährigen „Kinderwunschtagen“, die diesmal in der LGBTQ-Hochburg Köln stattfanden, schickte ORM gleich acht Referenten an den Start.

Einer von ihnen ist Graig Reisser: „Die USA sind sicherlich das teuerste Land, in dem Leihmutterschaft möglich ist“, räumt Reisser ein. „Die Entschädigung für die Leihmutter, die Gebühren für die Leihmutter-Agentur, die Anwaltskosten, die medizinischen Kosten für die Leihmutter und das Neugeborene“ – das alles summiere sich „bei einer unkomplizierten Einzelschwangerschaft auf gut und gerne 75 000 bis 85 000 US-Dollar“ (65 670 bis 74 430 EUR). Zu diesem Betrag kämen noch „die Kosten für die künstliche Befruchtung, eine Eizellspende, sofern erforderlich, und die Reisekosten der Eltern-werden-Wollenden hinzu.“ Anders formuliert: Unter 100 000 US-Dollar (87 560 EUR) geht hier niemand vom Hof. „Andererseits“, so Reisser, „ist eine Leihmutterschaft in den USA die in jeder Hinsicht Sicherste. Sie ist etabliert und verfügt über alle notwendigen Infrastrukturen, um erfolgreich zu sein.“ Der Mann weiß, wovon er spricht. Reisser und sein Partner sind selbst mittels Eizellspende, künstlicher Befruchtung und Leihmutterschaft zu „Vätern“ zweier Kinder geworden. Möglich ist das, weil die green-light-states Paaren, die eine Leihmutterschaft in Auftrag geben, die gleichen Rechte einräumen wie biologischen Eltern und die Partner als Elternteile eins und zwei in die Geburtsurkunde des Kindes eintragen.

Natürlich geht Leihmutterschaft auch preiswerter. Etwa in der Ukraine. Hier hört der Platzhirsch auf den Namen „Biotexcom“. Das Gelände der Reproduktionsklinik mit Sitz in Kiew liegt rund zwanzig Autominuten vom Zentrum entfernt. Wie ORM verfügt auch Biotexcom, das kürzlich eine eigene Repräsentanz in Brüssel eröffnete, längst auch über eine deutschsprachige Webseite. Die offeriert Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Leihmutterschafts-Arrangements inklusive Eizellspende in zwei Varianten. Dem „Standard Paket“ für 39 900 Euro und dem „VIP Paket“ für 49 900 Euro. Für die 10 000 Euro mehr verringert sich nicht nur die Wartezeit der „Wunscheltern“ auf den Beginn der Behandlung von fünf auf drei Monate. „Bei Bedarf“ wird bei der obligatorischen Präimplantationsdiagnostik auch das Geschlecht des der Leihmutter einzusetzenden Embryos bestimmt. Auch sonst wird mehr geboten: Statt in einem „hochklassigen“ Hotelzimmer erfolgt die Unterbringung der VIP-Wunscheltern in einer „separaten Wohnung“. Ihnen wird zudem ein Wagen mit eigenem Fahrer gestellt. Besonderes Schmankerl: Statt wie Buchern des Standard Pakets „bloß“ vier Stunden am Tag steht VIP-Wunscheltern nach der Geburt des so sehnsüchtig erwarteten Kindes eine Babysitterin täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr zur Verfügung.

Anders als in den USA, wo Leihmütter umgerechnet rund 21 000 Euro für das Austragen eines Bestell-Kindes und 36 000 Euro für das von Zwillingen erhalten, speist Biotexcom seine ukrainischen Leihmütter mit 8 000 Euro beziehungsweise 10 000 Euro (bei Zwillingen) ab. Trotz der geringeren Lebenshaltungskosten in der Ukraine ist das sehr hart verdientes Geld. Denn eine für Biotexcom arbeitende Leihmutter unterwirft sich laut einem „Muster-Vertrag“, der dem Autor vorliegt und auch von anderen Fertilitätsdienstleistern genutzt wird, einem überaus strengen Reglement. So willigt die Leihmutter dem zwölfseitigen Vertragswerk zufolge etwa ein, bis zu drei Embryotransfers über sich ergehen zu lassen, bei denen ihr jeweils bis zu drei künstlich erzeugte Embryonen eingesetzt werden können. Anders als in den USA müssen Leihmütter in der Ukraine bereits zwingend ein eigenes Kind geboren haben. So schreibt es das ukrainische Familienrecht vor. In dem Vertrag verpflichtet sich die Leihmutter jedoch nicht nur, auf Elternrechte und Mitsprache bei der Namensgebung zu verzichten, sondern auch dazu, zu dem Bestell-Kind „keine Eltern-Kind-Beziehung“ aufzubauen. Des weiteren verzichtet die Leihmutter auf das Recht der freien Arztwahl und verpflichtet sich stattdessen sämtliche Untersuchungen und Tests über sich ergehen zu lassen, die die von den Bestelleltern ausgewählten Ärzte für erforderlich halten. Zudem verpflichtet sich die Leihmutter zu einer Abtreibung des Kindes für den Fall, dass die Bestell-Eltern dies aufgrund medizinischer Befunde wünschen. Zugleich erklärt sie sich damit einverstanden, dass ihr dann auch das Honorar entsprechend der tatsächlichen Schwangerschaftsdauer gekürzt wird. Für den Fall, dass ein Embryotransfer „zu drei oder mehr Föten“ führt, verpflichtet sich die Leihmutter eine sogenannte „Mehrlingsreduktion“ durchführen zu lassen.

Der Grund: Da Mehrlinge häufiger mit leichten bis schweren Handicaps geboren werden, ein höheres Sterblichkeitsrisiko sowie eine höhere Krankheitsanfälligkeit besitzen, gefährden sie aus Sicht der Reproduktionsmediziner das Behandlungsziel einer „erfolgreichen Schwangerschaft“ und damit die Zufriedenheit der Kunden. „Drillinge“ und noch mehr Kinder gelten in der Reproduktionsmedizin weltweit als „medizinische Fehlleistungen“, die es durch „fetale Reduktionen“ zu korrigieren gilt. Als „Mittel der Wahl“ gilt hier der sogenannte Fetozid. Bei ihm durchsticht der Arzt mit einer langen Nadel unter Ultraschallansicht die Bauchdecke der Schwangeren, dringt in die Bauchhöhle ein, sucht nach dem schlagenden Herz des Kindes und spritzt eine Kalium-Chlorid-Lösung hinein, die jede koordinierte Kontraktion des Herzmuskels unmöglich macht. Nach ein bis zwei Minuten stirbt das Kind an „Herzversagen“ im Mutterleib.

In aller Regel erfolgt ein solcher Fetozid nach technischen Gesichtspunkten. Das heißt, der Arzt tötet das Kind, welches für ihn mit der Nadel am leichtesten zu erreichen ist. Manche Mediziner sind jedoch auch für den selektiven Fetozid zu haben. Dabei tötet der Arzt im Anschluss an eine pränatale Diagnostik das Kind, das die „schlechteste Prognose“ aufweist.

Im Jahr 2014 ging der Fall der thailändischen Leihmutter Pattaramon Chanbua durch die Weltpresse, die für ein australisches Paar Zwillinge ausgetragen hatte. Nachdem Chanbua sich geweigert hatte, den Jungen Gammy, der das Downsyndrom und einen Herzfehler besaß, abzutreiben, nahmen die Bestell-Eltern nur dessen Zwillingsschwester Pipah mit zu sich nach Australien. Der Fall löste eine weltweite Welle der Entrüstung, aber auch der Solidarität aus. Tausende Menschen spendeten rund 235 000 Dollar, um die medizinische Versorgung des Jungen in Thailand zu ermöglichen.

Dabei sind Fälle wie der des „Babys Gammy“ gar kein Einzelfall. Nur kommen sie in der Regel nicht ans Licht. Wohl auch, weil die meisten Leihmütter – anders als die mutige Pattaramon Chanbua – stillhalten und ihre Verträge anstandslos erfüllen.
 

Quelle:

https://www.die-tagespost.de/politik/pl/Dein-Bauch-gehoert-mir;art315,193612

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26 CommentsAdd yours

  • Lola - 22/11/2018 Reply

    Alle haben eigene Meinungen dazu. Nicht alle sind gegen oder für Leihmutterschaft. Aber es steht fest, dass dank der Leihmütter sehr viele Ehepaare die Elternschaft genießen können. Das ist sehr gut, dass die sterilen Menschen ihren Kinderwunsch erfüllen können. Natürlich ist die Leihmutterschaft sehr gut für Homosexuelle. Also, die USA ist für sie passend. Dort ist es erlaubt. So viel ich weiß in der Ukraine ist dies nur für Heterosexuelle möglich. Natürlich ist dieses Land billiger als die USA. Aber die Ukraine ist für manche kinderlose Menschen besser, weil die Bedingungen und Dienstleistungen sehr hoch sind. Und dabei können die Wunscheltern sicher sein, dass sie ihr Kind bekommen werden. Und zwar, in dem Vertrag verpflichtet sich die Leihmutter jedoch nicht nur, auf Elternrechte und Mitsprache bei der Namensgebung zu verzichten, sondern auch dazu, zu dem Bestell-Kind „keine Eltern-Kind-Beziehung“ aufzubauen.

  • Melina - 23/11/2018 Reply

    Die Leihmutterschaft ist für mich eine Art der Hilfe der kinderlosen Menschen. „Die USA sind sicherlich das teuerste Land, in dem Leihmutterschaft möglich ist“. Das ist klar. Die Behandlung ist in den USA zu teuer. Und die Ukraine ist das billigste Land dafür. Dazu werden die Wunscheltern weniger Probleme mit Unterlagen und so weiter haben.

  • Hilda - 26/11/2018 Reply

    Du hast Recht. Die USA ist das teuerste Land, wo die Leihmutterschaft erlaubt ist. Es ist nicht so leicht kinderlos zu leben. Wenn ich die anderen Mütter mit den Kindern sah, kamen mir die Tränen in die Augen. Ich hatte Probleme mit der Gebärmutter. Darum konnte ich nicht ein Baby austragen. Die Adoption war keine Lösung für uns. Die Leihmutterschaft war für uns eine Option unser Baby zu kriegen. Und wir fanden eine gute ukrainische Kinderwunschklinik, die uns half. Seit 7 Monate haben wir ein süßes Kind. Wir sind sehr froh, dass wir uns das gemacht hatten. Jetzt sind wir eine richtige Familie.

  • Abby - 26/11/2018 Reply

    Die Unfruchtbarkeit ist vielleicht das Schlimmste für jede Familie. Ja, es gibt Familien, die keine Kinder haben wollen. Aber ich meine die Ehepaare, die einen großen Kinderwunsch haben und ungewollt kinderlos sind. In manchen Fällen kann IVF oder ICSI nicht helfen. Nur eine Leihmutterschaft ist die letzte Chance…Darum ist die Notwendigkeit der Leihmutterschaft als auch der Eizellspende sehr groß und dies muss legalisiert werden.

  • Stormstereo - 27/11/2018 Reply

    In D ist Leihmutterschaft, soweit ich weiß, komplett verboten… Sollte es anders sein, darf man mich gerne aufklären. Ich persönlich finde es gut dass es so was gibt. So kann der Kinderwunsch der unfruchtbaren Frau doch erfüllt werden. Z.B. mit dem Samen des eigenen Mannes durch eine künstliche Befruchtung… natürlich gäbe es für so ein Problem auch die Adoption, aber so hat das Kind wenigstens die Gene eines Elternteils. Hut ab vor den Frauen, die anderen so einen Wunsch erfüllen und das größte Geschenk machen. Ich selbst könnte es nicht, weil ich das kleine in mir viel zu lieb gewinnen würde, als das ich es dann nach der Geburt hergeben könnte… 🙂 In der Ukraine gibt es dafür umfangreiche Regeln, zwischen den Eltern des Kindes und der Frau, die es austrägt, gibt es einen Vertrag, der alles detailliert regelt. Die Leihmütter sind in diesen Fällen ja mit dem Kind nicht verwandt und haben ihm gegenüber auch keinen rechtlichen Status. Sicher geht es da auch um Geld und das ist sicher ein moralischer Grenzbereich, aber wir leben in einem Land, wo Prostitution erlaubt ist…

  • MichalLacko - 27/11/2018 Reply

    Tja….Das ist ein sehr, sehr schweres Thema. Wie auch gestern in der Sendung von den Kritikern gesagt wurde: wäre die Leihmutterschaft in D erlaubt – wie stellt man sicher, dass die Frauen damit nicht ihren Lebensunterhalt sichern, bzw. das ganz sehr kommerziell wird? Soll jetzt nicht heißen, dass ich Leihmütter ablehne, aber die Begleitumstände sind sehr kompliziert hierbei. Kann mir nur schwer vorstellen, dass sich eine Frauen aus reiner Hilfsbereitschaft als Leihmutter zur Verfügung stellt! In den USA werden wohl 12.000 Dollar dafür bezahlt (Zahl aus gestriger Sendung). Die Frau in der Sendung meinte, der Bewegungsgrund ihrer Leihmutter wäre allein, helfen zu wollen? Für mich fraglich, ob das auch so wäre, wenn es kein o. weniger Geld dafür gäbe…Die Frage ist auch immer, wegen welcher Indikation es gemacht werden soll. Was die billigste Leihmutter in Europa kostet: https://www.youtube.com/watch?v=FRm2agv_0aY&t=158s

  • TryHard - 27/11/2018 Reply

    Meiner Meinung nach, es muss nicht alles möglich gemacht werden, was möglich ist. Das Konzept Leihmutter halte ich für hochgradig problematisch, besonders in solchen Ländern wie die Ukraine, wo die meisten Babytouristen aus D Kinder „besorgen“: im Netz wimmelt es nur von der Biotexcom-Werbung. Es wird immer schwieriger eine eindeutige Elternschaft zuzuordnen. Ich frage mich, wie das dann entstandene Kind darauf reagieren wird. Ich bin einfach der Ansicht, dass es Grenzen gibt und die sind für mich spätestens bei der Leihmutterschaft erreicht. Man muss nur sehr gut aufpassen, dass man sich im Strudel der Kinderwunschbehandlungen nicht immer zu einem kleinen bisschen “noch mehr” hinreißen lässt. Denn hat man einmal angefangen, sind die Schritte kleiner, als wenn man von null auf Leihmutterschaft geht. Nur sollte man sich vor jeder Behandlung ganz genau fragen, was man sich zumuten kann und was man letztendlich dem eventuell entstehenden Kind zumuten kann.
    Leider können dann die Kinderwunschbehandlungen schon mal einen suchthaften Charakter bekommen. Und davor sollte man sich dringend hüten. Schließlich geht es auch um die eigene Gesundheit.

  • Markthuet - 27/11/2018 Reply

    Was sicher ist, Organhandel ist Leihmutterschaft nicht. Ich finde es schade, wenn es jetzt hier ausartet, ich fühle mich vor allem wohl hier, weil genau das nicht passiert ist. Wenn ich die Möglichkeit hätte, natürlich schwanger zu werden und vor allem mein Kind selber auszutragen, ich würde es sofort tun. Die Sache des Preises, ein gutes Argument. Aber wenn ich die Ukraine mit anderen Ländern vergleiche, dann haben die ukrainischen Frauen sogar finanziell am meisten davon: googelt nur nach Berichten von ukrainischen Leihmüttern. Es kommt doch nicht darauf an, wie viel Geld es uns kostet, sondern wie viel die Frau davon hat. Wenn ich die Einkommen der einzelnen Länder vergleiche, und wie viel man dafür kaufen kann… dann bleibt in der Ukraine am meisten Kaufkraft von der Summe über…Wir persönlich haben unsere LM schon lange ausgesucht. Und ja auch schon einen Versuch hinter uns. Wir kennen unsere LM und stehen auch ständig mit ihr in Kontakt. Hier Äußerungen zu treffen, ohne Genaueres zu wissen, finde ich schon hart. Ich finde es schade, dass es im deutschsprachigen Raum so rein gar keine Informationen über Leihmutterschaft gibt. Und verstehe so langsam warum das der Fall ist.

  • Plumpkitters - 27/11/2018 Reply

    Was mich persönlich angeht, ich würde die Leihmutterschaft nicht immer gut aber auch nicht immer schlecht finden. Es gibt bestimmt ganz viele schwarze Schafe, bei denen es ausschließlich ums Geld geht und im schlimmsten Fall die LM auch noch gezwungen wird. Wie immer im Leben muss man für sich und seine Familie den besten Weg gehen (und das den nicht jeder Außenstehende gut findet ist auch mal klar.
    Ich finde es wundervoll, meine Bekannte, die eine Leihmutterschaft in Kiew machte, sagte, die LM sei ihr zur Schwester geworden und sie ist die Patentante des Kindes. D.h. sie wird wohl doch auch weiterhin einen engeren Kontakt haben. Ich wüsste nicht, warum dies egoistisch sein soll und für euer Kind irgendwie schädlich oder unfair oder sonst was. Und mal ganz ehrlich, das Problem mit der Bindung wäre im Fall einer Adoption vermutlich noch größer, da meckert dann aber keiner, oder wie?

  • Aleix - 27/11/2018 Reply

    Ach Mensch, ich denke, wie bei allem, es kann ein Segen und Fluch zugleich sein.Ich finde es super das es die Möglichkeit gibt für Mütter die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst ein Kind austragen können.Aus “Lifestyle” gründen habe ich da aber kein bisschen Verständnis, es erwartet kein normal denkender Mensch das man mit der Geburt eines Kindes sein Leben abgibt und nur noch “Mutter”, nicht mehr “Mensch” ist, aber wenn es dann schon so ist das man aus Bequemlichkeit/nicht vorhandener Lust/… das Kind nicht austragen will weil es das Leben zu sehr verändert frage ich mich ob so jemand wirklich ein Kind haben sollte.Wenn mir die Natur nicht mehr vergönnt schwanger zu werden (so wie es bei mir der Fall ist), dann nehme ich das so hin. Eine Leihmutter oder eine Eizellspende käme für mich nicht in Frage.Auch andersherum wäre es nichts für mich: Ich könnte nie ein Kind austragen und es dann verkaufen.Besonders dann nicht, wenn frau ihren Body nicht verschandeln will, aber ein Kind zur Selbstbestätigung braucht.Und nein, in Deutschland sollte es nicht legalisiert werden.Wenn Frauen in andere Länder gehen, o.k., akzeptiere ich.Ich habe auch nix gegen die ukrainische Werbung in deutschen Kiwu-Foren.

  • SolderJoe - 27/11/2018 Reply

    Ich finde es auch aus Gründen der Unfruchtbarkeit verwerflich, AUSSER es handelt sich um eine altruistisch motivierte Leihmutterschaft, bei denen die Leihmutter z.B. dem Paar sehr nahesteht und es aus unentgeltlichen Gründen macht, was natürlich nicht der Fall mit solchen ukrainischen Klinken wie Biotexcom ist. Allerdings – genau wie bei Prostitution und nichts anderes ist eine Leihmutterschaft letztendlich: eine Frau wird für ihren Körper und dessen Funktionen benutzt, anstelle von “nur” einem Mann halt von einem Paar – ist ein ganzheitliches Verbot gerade in armen Ländern, in welchen Frauen aus Armut und mangelnder Perspektive gezwungen werden das Geld eines wohlhabenden westlichen Paares im Austausch für ein Baby anzunehmen, eher ungünstig, da es zu einem für die Frauen unsicheren, unübersichtlichen und missbräuchlichen Markt entwickeln kann. Regulationen bieten ihnen einen gewissen Schutz – ohne die ethischen Bedenken miteinzubeziehen.

  • Lola - 30/11/2018 Reply

    Dein Bauch gehört mir… Nicht alle Menschen können die kinderlosen Leute verstehen. Viele verurteilen die Wunscheltern, die ins Ausland fahren. Ich meine den sogenannten Babytourismus. Diese Ehepaare wollen nur glücklich sein. Sie möchten ein eigenes Kind haben. Sie wollen Eltern werden und ihre Liebe dem Kind schenken. Da sie ihren Wunsch zu Hause nicht erfüllen können, machen sie das in einem anderen Land. Und sie fahren dorthin, wo die Leihmutterschaft oder Eizellspende legal sind. Das ist ihr Recht, eine Entscheidung zu treffen. Und natürlich viele wählen die ukrainische Kinderwunschklinik. Sie hat einen guten Ruf und gute Bedingungen und Dienstleistungen.

  • Marta - 03/12/2018 Reply

    Bei einigen Frauen ist der Weg zu einem eigenen Kind zu langsam und zu steinig. Es passiert manchmal so, dass niemand in ihrer Umgebung dieses Problem richtig verstehen kann und somit irgendwie helfen. In Deutschland gibt es es so viele Leihmutterschaft-Gegner und diese Tatsache bedeutet nur das Einzige: die Frauen, die unter Unfruchtbarkeit leiden, haben kein Recht auf eigenes Kind und auf Glück. Sie sind dazu gezwungen ein Baby irgendwo im Ausland durch Leihmutterschaft zu kriegen und später in Deutschland zu adoptieren. In der Ukraine befindet sich eine Reproduktionsklinik, die BioTexCom heißt und die genug populär unter Deutsche ist. Es gibt sogar ein Buch „Die Wunschkinder Wenn die Verzweiflung keine Grenzen kennt Unsere Kinder aus dem Bauch einer Leihmutter“, die eine Wunschmutter geschrieben hat. In diesem Buch beschreibt sie ihre Kinderwunschbehandlungsgeschichte bei BioTexCom.

  • Albina - 03/12/2018 Reply

    Na ja, ich habe dieses Buch hier https://www.amazon.de/Die-Wunschkinder-Verzweiflung-Grenzen-Leihmutter/dp/3877071473 bestellt. Die Geschichte von Jessica Geißdörfer ist sehr emotional und rührend. Es lohnt sich dieses Buch zu bestellen, um einfach eigenen Horizont zu erweitern.

    • Ian - 17/12/2018 Reply

      Ist zu bewundern wie stark und mutig diese Frau ist, von ihrer persönlichen Erfahrung auf die ganze Welt zu erklären. Und es ist wo so viele Menschen der Leihmutterschaft gegenüber immer noch feindlich sind. Das halte ich für richtig: furchtlos, nicht vorgenommen, sinnvoll auf jeweilige Frage einzugehen. Natürlich gibt es hier eigene Vor- und Nachteile. Trotzdem sehe ich hier mehr positive Aspekte als negative. Und diejenigen, die reproduktive medizinische Verfahren verurteilen und Biotexcom als nicht vertrauenswürdige Klinik beschreiben, sind einfach eigensinnig und konservativ. Hält bitte den Progress nicht auf!

  • SamuelMagnij - 17/12/2018 Reply

    Amerika ist wegen seiner zahlreichen Reproduktionskliniken weltweit bekannt, jedoch kann sich nicht jedes Wunschpaar die Behandlung in einer US-Klinik durchzumachen… Es ist bewusst, dass die Preise in amerikanischen Kliniken sehr hoch sind. Dazu ist das Leistungsniveau da von diesem in den Ländern auf dem Osten nicht viel besser sind. Viele melden davon, dass in zB Biotex die Bedingungen recht besser als in Amerika sind. Nicht umsonst verreisen so viele Amerikaner in die Ukraine und schließen Verträge gerade in der Klinik ab.

  • MohammedMhj - 17/12/2018 Reply

    Leihmutterschaft für Homosexuelle – ist eine sehr laut sprechende und die Aufmerksamkeit anlockende Überschrift. Na ja, wir leben in der modernen Welt, wir müssen lernen, Verschiedenes zu akzeptieren… Einerseits, ist es schwer zu vorsagen, wie werden sich dann später Kinder in solchen nicht traditionellen Familien entwickeln, wie werden sie sich im Erwachsenalter geistlich empfinden. Von der anderen Seite, erweisen sich solche Paare als emotional stabil und stark, im Unterschied zu den manchen „normalen“ Paaren. Niemals werden Kinder bei solchen Eltern zu Alkoholikern oder Drogenabhängigen, natürlich übertrieben gemeint – aber trotzdem ist es tatsächlich so.

  • ClaireOstmann - 17/12/2018 Reply

    Mich wundert die Tatsache, dass es bisher in Deutschland keine Gesetzänderungen bezüglich der Leihmutterschaft und Eizellspende vorgenommen wurde. Nun verreisen so viele Menschen in die Staaten, wo liberale Gesetze es ihnen erlauben, die Leistungen der reproduktiven Institutionen zu genießen. Deutschland selbst leidet unter dem Problem der Alterung der Nation – jedoch die Regierung unternimmt keine Schritte in der Richtung Bekämpfung oder Veränderung jetziger Situation. Warum? – es bleibt mir unklar. Daraus ist für die anderen Länder, wie Ukraine, stellen Reproduktionskliniken einen großen Wirtschaftsfaktor. Es ist durchaus bewusst, dass Industrie in dem Land sich auf sehr niedrigem Niveau befindet – dagegen kann die Ukraine mit ihrer großen Auswahl an die reproduktiven Kliniken prallen. Und die Menschen hinterlassen gute Rückmeldungen!

  • CarribeanDream - 17/12/2018 Reply

    Die Pakete, die die Klinik Biotexcom anzubieten hat, stellen wirklich ein großes Interesse für die Wunscheltern dar. Nebendabei, kann man für ziemlich niedrigen Preis Leistungen genießen, dieselben würden in Amerika oder Britannien viel viel mehr kosten. Dazu kommt der Vorteil, dass wenn man sich für den VIP-Packet entscheidet, kann man die Leistungen im vollen Umfang genießen. Das macht Ukraine noch lukrativer und führt sie auf die Spitze unter den anderen Reproduktionskliniken, die in der ganzen Welt berühmt sind.

  • Monika Belucci - 17/12/2018 Reply

    Was mir persönlich an diesen Paketen gefällt, ist dass wenn man etwas mehr bezahlt, dann bekommt man eine Sicherung des Enderfolgs. Das halte ich für äußerst wichtig, dass man mehrere Versuche machen kann ohne sich davor zu befürchten, dass beim negativen Ergebnis man das ganze Verfahren erneut starten werden muss. Deswegen, meine ich, gewinnt gerade diese Klinik an das Interesse der Öffentlichkeit, weil in Biotexcom den Wunscheltern das hundertprozentige positive Resultat am Ende gesichert wird.

  • Mike - 17/12/2018 Reply

    Zu den weiteren wichtigen Faktoren, außer von denen, die schon hier in den Kommentaren gemeint wurden, zählen die liberalen Gesetze, die den Wunscheltern allerseitig Rechte für das Kind freigeben. Für die zukünftigen Eltern mag es äußerst wichtig sein, dass sie ihr Kind bzw. Kinder danach problemlos und möglichst bürokratiefrei bekommen können. Und hier in der Ukraine ist es genau der Fall: die Leihmutter in diesem Land besitzt keine Elternrechte und verpflichtet sich, entsprechend Wünschen der genetischen Eltern zu handeln. Da kann man vollständig nachvollziehen, warum sich Paare aus der ganzen Welt für Biotexcom entscheiden – hier bekommt man selbst für das relativ kleine Geld mehr, als was man in jeweiliger anderen Reproduktionsklinik bekommen könnte.

  • Lola - 31/12/2018 Reply

    Wenn die kinderlosen Menschen ein Baby haben wollen, ist die Leihmutterschaft eine gute Option die Eltern zu werden. Das ist schneller als Adoption. Und dabei bekommen die Eltern ein leibliches Kind. Das ist die beste Variante die die Reproduktionsmedizin anbietet. Nicht wahr? Natürlich ist die Leihmutterschaft in der Ukraine preiswerter. Und was interessant ist, die Bedingungen und Dienstleistungen sind dort von hohem Niveau. Sie sind wie in anderen europäischen Kliniken. Das ist von großer Bedeutung. Und am besten ist die Erfolgsgarantie. Die Klinik bietet dies ihren Kunden an. Das ist sehr günstig. Die Patienten brauchen nichts zusätzlich bezahlen. Alles ist im Vertragspreis inklusive. Das ist besser und billiger als in Amerika. Und Erfolgsgarantie ist ein gutes Merkmal. Das bedeutet, dass die Klinik ernst ist. Und die Wunscheltern können sicher sein, dass sie ihr eigenes Kind bekommen werden.

  • Lotte - 20/01/2019 Reply

    Die Realität zeigt uns, Geld kann viel machen. Die reichen Menschen können jung und gut aussehen. Das alles haben sie dank Geld und moderner Medizin. Und jetzt können die Menschen ein Kind “bestellen” / bekommen, wenn sie unfruchtbar sind oder nicht… Das Einzige, was sie nicht kaufen können, ist ein ewiges Leben.

  • Lamberta - 28/01/2019 Reply

    “Dein Bauch gehört mir”. Ich bin damit nicht einverstanden. Das wird übertrieben. Die Frau trägt ein fremdes Kind aus und das bedeutet nicht, wenn eine Gefahr für ihre Gesundheit sein wird, wird sie ohne Aufmerksamkeit bleiben. Das ist keine Sklaverei. Die Frauen machen das freiwillig.

  • Ingbert - 04/02/2019 Reply

    Die Leihmutterschaft und die Sklaverei sind polare Begriffe. Die Teilnahme an dem Leihmutterschaftsprogramm ist für Frauen eine bewusste Entscheidung. Alle Leihmütter sollen eigene Kinder haben, deshalb ist die Leihmutterschaft neben der Kinderbetreuung genug durchführbar und verspricht ein gutes Einkommen. Viele von diesen Frauen sehen die Leihmutterschaft als profitables Arbeit und bezeichnen ihre Beziehung zu Kliniken und Wunscheltern als Arbeitsverhältnis. Die Menschen müssen ein wenig einfacher die Reproduktionsmedizin und zwar die Leihmutterschaft aufnehmen.

  • Hanna - 06/02/2019 Reply

    Die Kinderwunschindustrie ist ein gutes Geschäft nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern wie die Ukraine, Georgia, Spanien usw. In vielen Ländern gibt es die Möglichkeit mit Hilfe einer Eizellspenderin oder Leihmutter ein Kind zu kriegen. Alle Forscher der Reproduktionsmedizin sind damit beschäftigt, eine Lösung für die unfruchtbaren Paaren anzubieten. Warum wollen sie nicht gerade die Ursachen, die zur Unfruchtbarkeit führen, ausrotten?

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