
Mit einem Glockenläuten löste Alexander Gerst seinen amerikanischen Kollegen Feustel ab. Der erste Deutsche, der das Kommando auf der internationalen Raumstation ISS übernimmt, hat noch große Pläne für die Raumfahrt.
Astronaut Alexander Gerst hat als erster Deutscher das Kommando und somit die Gesamtverantwortung auf der Internationalen Raumstation (ISS) übernommen. „Das ist eine erstaunliche Maschine“, sagte der 42 Jahre alte Gerst bei der feierlichen Zeremonie auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde.
Als Kommandant wolle er die ISS als „fantastische Plattform“ für Experimente weiterführen, sagte Gerst, der gleichzeitig auch in die Zukunft blickte. „Wir sind erst am Beginn der Erkundung des Weltalls“, sagte er hinsichtlich noch unerforschter Bereiche des Universums und sprach dabei auch von möglichen bemannten Missionen zum Mars. Mit der Kommandoübernahme beginnt der zweite Teil des sechsmonatigen Aufenthalts des Astronauten der europäischen Weltraumagentur ESA auf der Raumstation.
Sein Vorgänger Drew Feustel hatte dem Deutschen zum Abschied symbolisch den Schlüssel für die ISS-Luke überreicht. Der amerikanische Astronaut Feustel und zwei weitere Raumfahrer sollen am Donnerstag in der kasachischen Steppe ankommen. Eine Woche lang ist die ISS deshalb nur mit einer kleinen Mannschaft besetzt. Neu dazukommen sollen Mitte Oktober der Kosmonaut Alexej Owtschinin und sein amerikanischer Kollege Nick Hague.
An Bord sind derzeit noch der Kosmonaut Sergej Prokopjew, die Astronautin Serena Auñón-Chancellor aus den Vereinigten Staaten von Amerika und Gerst, der unter dem Namen „Astro-Alex“ in sozialen Netzwerken auftritt. Der Geophysiker aus Baden-Württemberg war im Juni vom Raumfahrtbahnhof Baikonur zur ISS gestartet. Er soll im Dezember wieder auf die Erde zurückkehren. Es ist bereits sein zweiter Einsatz auf der ISS, schon 2014 arbeitete er dort für einige Monate.
Vor Gerst hatte mit dem Belgier Frank de Winne im Jahr 2009 erst einmal ein europäischer Astronaut das Kommando auf der ISS inne.
Während seines zweiten Einsatzes geriet die ISS in die Schlagzeilen, weil ein Leck in der angedockten Sojus-Raumkapsel einen Druckabfall ausgelöst hatte. Das Loch wurde zwar erfolgreich abgedichtet, die Ursache ist aber noch immer unklar. Bei einem Außeneinsatz im November könnten weitere Informationen dazu gesammelt werden, teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa mit. Gemeinsam mit den russischen Kollegen werde man nach der Ursache suchen.
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