
Der Mazda MX-5 ist längst zum Kultauto geworden. Noch immer ist er der minimalistische Zweisitzer und ein Vertreter des spaßbetonten offenen Fahrens. Die knackige Form bleibt, doch bekommt er mehr Leistung.
Er ist längst zu einer Ikone geworden, obwohl er kaum Zutritt zu den besseren Kreisen der Roadster-Freundeskreise gefunden hat. Dort, wo Mercedes-Benz SLK, Porsche 718 Boxster oder BMW Z4 Hof halten, hat der Fahrer eines Mazda MX-5 meist keine Lobby.
Dabei ist der minimalistische Zweisitzer mit Stoffverdeck der japanischen Marke trotz seiner Aufwertung mit Assistenzsystemen und ein wenig mehr Komfort immer noch ein Vertreter der alten Schule, des spaßbetonten und unverfälschten offenen Fahrens. Weder Turbomotor noch elektrisch betriebenes Stoffverdeck trüben das puristische Fahrvergnügen. Besonders die Version mit dem Zweiliter-Benziner verspricht jetzt noch mehr Freude beim Kurvenräuber. Nicht nur, weil die Überarbeitung des Vierzylinders künftig die bislang strengste Abgasnorm 6d Temp erfüllt und dies ohne Verstopfung bereitenden Ottopartikelfilter schafft, sondern vor allem, weil das Triebwerk mit einer Mehrleistung von 17 kW (24 PS) auf 135 kW (184 PS) erstarkt ist.
Mit äußerlichen Veränderungen gibt sich der gerade mal 3,90 Meter lange Roadster gar nicht erst ab. Mazda weiß, dass die knackigen Formen der aktuell vierten Generation immer wieder begeistern können, da muss nicht gefeilt oder neu modelliert werden. Tragender ist die noch tiefere Sitzposition, die zu mehr Kopf- und Beinfreiheit führt. Das knappe Rund des lederbezogenen Lenkrads liegt weiterhin schmeichelnd in der Hand, nun lässt sich das Volant nicht mehr nur horizontal, sondern auch axial um rund zehn Zentimeter verstellen. Das verbessert die Sitzposition deutlich.
Vor den Errungenschaften der Elektronik kann sich auch der MX-5 nicht länger verschließen. Neu an Bord sind auf Wunsch die Kommunikationsprogramme Android Auto und Apple Car Play, die das Smartphone in das Kommunikationsnetz an Bord einbinden und den sieben Zoll großen Farbmonitor auf der Armaturentafel integrieren. Zugenommen hat außerdem der Umfang der Assistenzsysteme, darunter findet sich eine Verkehrszeichenerkennung, die mit ihren im linken Rundinstrument dargestellten aktuellen Tempolimits manch zu forschem Treiben Einhalt gebietet. Die Rückfahrkamera ist bei einem Roadster eine eher verzichtbare Ausstattung, von der Müdigkeitswarnung des Fahrers ganz zu schweigen.
Besseres Sehen garantiert dagegen das ebenfalls optionale LED-Matrix-Licht, bei den mit gleicher Technik glimmenden Tagfahrlicht-Leuchten geht es eher ums gesehenwerden. Aus dem Blick verschwunden sind die Getränkehalter, die nun nicht mehr vorne auf der Mittelkonsole herumschwanken, sondern auf dieser nach hinten gewandert sind und sich dort vor dem Staufach zwischen den Sitzen lümmeln. Manch einer mag den eingeschränkten Zugriff kritisieren. Bei strammer Passfahrt ist die Einnahme von Getränken aber ohnehin nicht angeraten, stilvoller rastet der MX-5-Chauffeur auf der Passhöhe und nimmt seinen belebenden Espresso artgerecht auf der Terrasse der Gipfel-Bar ein. Per Startknopf zum Leben erweckt, erzeugt der überarbeitete Zweiliter-Benziner ein kraftvolles Knurren, seine Leistungsspitze erreicht er nun erst bei stolzen 7000 Umdrehungen in der Minute. Dafür ist das Drehmomentmaximum um fünf auf 205 Newtonmeter gestiegen, vor allem aber liegt es bereits bei 4000 Umdrehungen in der Minute an, 600/min früher als zuvor. Das macht schaltfaules Fahren noch komfortabler als bisher. Zum ersten Mal gibt es ein sechsstufiges Automatikgetriebe für 1900 Euro Aufpreis, dies aber bleibt der Targa-Version des MX-5 für 30 390 Euro vorbehalten (Bild).
Der Roadster mit großer Maschine kostet jetzt mindestens 27 790 Euro, Mehrleistung und Mehraustattung lässt sich Mazda mit rund 2000 Euro bezahlen. Dafür sprintet er in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 219 km/h Spitze. Als Verbrauch nennt der Hersteller 6,9 Liter Benzin für 100 Kilometer. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der 1,5-Liter-Benziner im Basismodell jetzt 97 kW (132 PS) leistet, ein kW mehr als bisher für 22 990 Euro. Fahrleistungen und Verbrauch beeinflusst das jedoch nur marginal.
