
Die Prädikatsweingüter stellen in Mainz den aktuellen Jahrgang vor. Die überwiegende Einschätzung lautet: 2017 lieferte gute Weine. Wenn es bloß mehr davon gäbe…
Der deutsche Weinbau steht vor einer Zäsur und das fast 50 Jahre alte Weingesetz vor einer grundlegenden Reform. Geht es nach den Winzern, so bestimmen künftig nicht länger die Mostgewichte den Wert eines Weines, sondern seine Herkunft. Die Nennung von Weinbergslagen auf dem Etikett soll künftig nicht nur ein geographischer Hinweis auf den Ort sein, an dem die Trauben gewachsen sind, sondern überdies ein Qualitätsmerkmal. Das kündigte der deutsche Weinbaupräsident Klaus Schneider gestern in Mainz anlässlich der Eröffnung der 45. Weinbörse des Verbands der Prädikatsweingüter (VDP) an.
Die knapp 200 Mitglieder haben schon vor längerer Zeit begonnen, für trockene Weine die Weinlagen in den Vordergrund zu rücken und sie nicht mehr in Verbindung mit Prädikaten wie Kabinett, Spätlese und Auslese zu bewerben. VDP-Präsident Steffen Christmann sieht in der Überarbeitung des Weinrechts die Chance, die „Konfusion“ für den Verbraucher beim Blick auf deutsche Weinetiketten zu verringern. Ein Anliegen, das auch der rheinland-pfälzische Weinbauminister Volker Wissing (FDP) teilt. Die Profilierung des deutschen Weins finde die Unterstützung der Landesregierung, sagte er.
