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Timotheus Höttges: Telekom-Chef warnt vor Verkauf der Staatsbeteiligung

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, auf der Hauptversammlung vergangenen Mai

Knapp ein Drittel der Deutschen Telekom gehört dem Staat. Das ließe sich doch versilbern, fordert die FDP für den Fall, dass Jamaika kommt. Dagegen nennt der Konzernchef vor allem ein Argument.

Mitten in den Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition hat Telekom-Chef Timotheus Höttges vor einem Verkauf des Staatsanteils an dem Konzern gewarnt. Wer den Ausstieg des Bundes fordere, „sollte sich aber fragen, wer dafür eventuell einsteigt“, sagte Höttges der „Welt am Sonntag“. Die Frage sei doch, ob der neue Anteilseigner ein Interesse an der Infrastruktursicherheit und Investitionen in Deutschland habe.

Der Bund hält zwei Jahrzehnte nach dem ersten Börsengang als größter Aktionär noch immer knapp 32 Prozent an der Deutschen Telekom. Der Wert der Anteile wird auf 24 Milliarden Euro beziffert. Darüber hinaus ist der Staat an weiteren Konzernen wie der Deutschen Post und Commerzbank beteiligt.

FDP für Verkauf

In den Sondierungsgesprächen ist auch der Verkauf von Staatsbeteiligungen ein Thema, um mit den Einnahmen andere Ausgaben wie beispielsweise den Netzausbau oder Steuerentlastungen zu bezahlen. Vor allem die FDP gilt als Befürworter. Parteichef Christian Lindner hat vorgeschlagen, mit den Erlösen den Glasfaserausbau in Deutschland zu fördern.

„Bevor man Subventionen verteilt, sollten sich die Verantwortlichen fragen, wie sie Anreize schaffen, damit noch mehr in Glasfaser investiert wird“, sagte Höttges. Da erwarte er gerade von der FDP, dass sie sich für eine Abschaffung der Überregulierung in diesem Bereich einsetze.