Gesellschaft

„Ich will das Leben mit dem Herzen fühlen“

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Sophia Coppola bei den 70. Filmfestspielen in Cannes. Ihr Film „Die Verführten“ läuft in Deutschland am 29. Juni an.

Die Filmregisseurin Sofia Coppola war schon mit acht Jahren in Cannes – auf dem Schoß ihres Vaters. Hier spricht sie über ihre Leidenschaft für Filme, schlechte Kritiken und ihren Verwandten Hellmuth Karasek.

Frau Coppola, Sie haben mal erzählt, jedes Projekt beginnt für Sie mit einem Urlaub.

Das soll ich gesagt haben? Das stimmt gar nicht. Ich habe mit der Arbeit zu meinem neuen Film „Die Verführten“ im Urlaub begonnen. So könnte das Missverständnis entstanden sein.

Die Idee eines Urlaubs ist doch eigentlich, dass man nicht arbeitet.

Theoretisch haben Sie recht. Ich bin aber ziemlich schlecht im Nichtstun. Ich war mit meiner Familie in Italien. Wir lagen alle am Pool, und ich habe mir Passagen im Buch markiert. So fing das Projekt an.

Wo machen Sie Urlaub, wenn Sie in das Land Ihrer Vorfahren reisen?

Wir haben ein Haus und ein Hotel in der Basilikata, an der Grenze zu Apulien. Das ist Familienbesitz.

To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that 47107295 Die Schauspieler Elle Fanning, Nicole Kidman, Colin Farrell, Regisseurin Sofia Coppola und Schauspielerin Kirsten Dunst (von links nach rechts) &hellip-Bilderstrecke

War das nicht ein bisschen zu viel für eine Achtjährige?

Ich fand diese seltsame Welt der Erwachsenen aufregend. Und meine Eltern haben uns ja überallhin mitgenommen. Wir durften auch nachts mit auf die Croisette kommen, wenn alles funkelte. Schon deswegen werde ich immer eine besondere Verbindung zu Cannes haben. Ich habe meinen allerersten Film hier gezeigt. Das war der Beginn meiner Karriere.

Sind Ihre Töchter auch überall dabei?

Nicht so oft. Ich versuche, sie zu den Dreharbeiten mitzunehmen, wann immer es passt. Denn ich habe dadurch als Kind auf dem Set meines Vaters so viel gelernt.

Aber Sie bringen sie nicht mit zu Ihren Pressekonferenzen.

Nein, die beiden müssen jetzt in New York zur Schule gehen. Das geht also nicht. Glücklicherweise kann mein Mann sich um die Kinder kümmern, wenn ich einen Film drehe oder auf einem Festival bin. Er geht zwar bald wieder mit seiner Band auf Tour. Aber bis dahin bin ich wieder zurück. Er ist ja auch Künstler und hat deswegen viel Verständnis, wenn ich mich auf meine Projekte konzentriere.

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