
Donald Trumps Woche ist nicht so richtig rund gelaufen. Für alle seine Kritiker hat er neue Beispiele geliefert. Weil er so bleibt, wie er ist.
Präsident Donald Trump hat am Donnerstag gesagt, dass die Deutschen schlecht, sehr schlecht seien. Aber er hat es nicht böse gemeint. Trump kommentierte damit die Tatsache, dass Deutschland einen gewaltigen Exportüberschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten haben. Sein Chefberater Gary Cohn übersetzte später, Trump finde Deutschland schlecht in Bezug auf den Handel, Nato eintreibe, was eine Fehlcharakterisierung des Verteidigungsbündnisses wäre, die auf mangelndes historisches Wissen und Beratungsresistenz deuten.
Der Staatshaushalt
Im amerikanischen Inland sind weitere Aufreger zu verzeichnen: Als mangelnde Bereitschaft, sich in sein wichtigstes politisches Vorhaben einzuarbeiten, darf sein Haushaltvorschlag gewertet werden. Darin haben sich die Autoren vielleicht um rund zwei Billionen Dollar verrechnet, was selbst für ein großes Land wie die Vereinigten Staaten keine Petitesse ist.
Die Gesundheitsreform
Die Dauerkritik, er habe ein eigentümliches Verhältnis zur Wahrheit, wird gestützt durch die von ihm propagierte Gesundheitsreform, die Trumps Wahlversprechen konterkariert. Trumpcare solle für alle billiger und besser sein, hieß es. Das überparteiliche Budgetbüro des Kongresses kommt dagegen zum Ergebnis, der Reformentwurf der Republikaner im Repräsentantenhaus hätte zur Folge, dass 23 Millionen Amerikaner aus der Krankenversicherung ausscherten.
Angela Merkel und Barack Obama
In der amerikanischen Presse wurde Trumps Probleme hingebungsvoll notiert, was der Laune des Präsidenten nicht zuträglich gewesen sein dürfte. Sollte ihn dann noch die Bilder des gemeinsamen Auftritts von Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag erreicht haben, dürfte sich seine Stimmung verdüstert, zumal Obama in Deutschland von einem devoten Publikum wie ein Rockstar begrüßt wurde.
Der Satz: „Die Deutschen sind schlecht, sehr schlecht“ wird umso verständlicher, nährt er doch das Vorurteil, dass Trump sehr empfindlich ist.
