Ausland

Amerika first — mit Abstand

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Amerika bleibt unangefochtener Spitzenreiter bei den Rüstungsausgaben (hier ein F/A-18E Super Hornet-Kampfjet).

Die Rüstungsausgaben sind 2016 weiter gestiegen. Spitzenreiter bleibt Amerika, Russland und Indien holen auf. Doch vor allem Lettland und Litauen nehmen Geld in die Hand.

Die Rüstungsausgaben sind 2016 weltweit im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Insgesamt erreichten die Rüstungsverkäufe im vergangenen Jahr ein Volumen von rund 1,572 Billionen Euro (1686 Milliarden Dollar), das ist gegenüber 2015 ein Plus von 0,4 Prozent, wie Sipri46035359 Vor allem in Asien steigen die Rüstungsausgaben: Nordkoreanische Soldaten am 15. April bei einer Militärparade in Pjöngjang.

Deutschland erhöhte seine Militärausgaben im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent auf 41,1 Milliarden Dollar und blieb damit auf Platz neun. Wollte es das Nato-Ziel einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts erreichen, müsste es seine Ausgaben deutlich erhöhen, und zwar auf 69 Milliarden Dollar. Es würde damit auf den vierten Platz aufsteigen.

Lettland und Litauen mit stärkstem Zuwachs

Insgesamt verzeichnete Westeuropa einen Anstieg bei den Rüstungsausgaben um 2,6 Prozent. Mit Ausnahme von drei Ländern kletterten die Ausgaben in allen westeuropäischen Staaten – am stärksten in Italien, dort wuchsen sie um elf Prozent.

In Osteuropa stiegen die Ausgaben insgesamt um 2,4 Prozent. Allerdings gab Lettland 44 Prozent und Litauen 35 Prozent mehr für seine Rüstung aus, sie landeten damit auf dem ersten und dritten Platz der Länder mit den prozentual höchsten Steigerungen. Die Sipri-Forscher führen dies darauf zurück, dass Russland dort wieder als „größere Bedrohung“ wahrgenommen wird – obwohl seine Rüstungsausgaben 2016 nur bei 27 Prozent der Gesamtausgaben aller europäischen Nato-Mitglieder lagen, erklärte Sipri-Experte Siemon Wezeman.