Ausland

Trump: „Alle werden zur Vernunft kommen“

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Wo er wohl hinschaut? Präsident Trump bei einer Dinner-Rede im März in Washington

Von einem Tiefstand des Verhältnisses zu Moskau sprach Donald Trump am Mittwoch gegenüber Nato-Generalsekretär Stoltenberg. Wie passt das zu seinem jüngsten Tweet?

Es ist nicht bekannt, ob Donald Trump mit dem Namen Konrad Adenauer etwas anzufangen weiß. Ein dem ersten deutschen Bundeskanzler zugeschriebenes Zitat aber ist offenbar zur Leitlinie seiner bald ersten hundert Tage im Oval Office geworden. „Was stört interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ Trump wird nicht müde, binnen Kürze unterschiedlichste Signale in die Welt zu senden. Trotz der jüngsten Zunahme von Spannungen zeigte er sich am Donnerstag zuversichtlich, das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland verbessern zu können. „Die Dinge“, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter, „würden gut ausgehen. Zur richtigen Zeit werden alle zur Vernunft kommen, und es wird dauerhaften Frieden geben!“

Durch den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die syrische Ortschaft Khan Scheikhoun, bei der Anfang vergangener Woche mindestens 86 Menschen ums Leben kamen, hatten sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zuletzt weiter verschlechtert. Trump, der den syrischen Präsidenten Baschar al Assad für den Angriff verantwortlich macht, reagierte mit einem Raketenbeschuss auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Sheirat. Moskau ist mit Assad, Jens Stoltenberg hatte Trump noch am Mittwoch den Verdacht geäußert, dass Russland vorab von dem geplanten Giftgasangriff gewusst haben könnte. Er hatte auch gesagt, „derzeit kommen wir mit Russland überhaupt nicht zurecht“. Die Beziehungen seien womöglich auf dem „schlechtesten Stand aller Zeiten“.

Der russische Staatschef Wladimir Putin beklagte seinerseits am Mittwoch bei einem Treffen mit amerikanischen Außenminister Rex Tillerson in Moskau, dass sich das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland seit Trumps Amtsantritt „verschlechtert“ habe.

Things will work out fine between the U.S.A. and Russia. At the right time everyone will come to their senses & there will be lasting peace!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) April 13, 2017

Trump hatte während des Wahlkampfs angekündigt, sich für verbesserte Beziehungen zu Moskau einsetzen zu wollen, und Putin mehrfach für seine Führungsqualitäten gelobt. Mitarbeiter von Trumps Wahlkampfteam stehen im Verdacht, möglicherweise illegale Absprachen mit Moskau getroffen zu haben.

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