
Wenige Tage vor dem Treffen mit dem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping erhöht Trump den Druck: Er fordert China auf, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten gegen Nordkorea vorzugehen. Im gleichen Interview lobt er die EU und Angela Merkel: „Ich mag sie wirklich.“
Der amerikanische Präsident Donald Trump erhöht vor dem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping den Druck, gemeinsam gegen Nordkorea vorzugehen. „China hat großen Einfluss auf Nordkorea. Und China wird uns entweder mit Nordkorea helfen oder nicht. Wenn sie es tun, ist das sehr gut für China, und wenn sie es nicht tun, ist es für niemanden gut“, sagte Trump in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Xi Jinping diese Woche in Florida.
Anerkennung für die Arbeit der EU-Politiker
Im selben Interview äußerte Donald Trump Anerkennung für die Europäische Union und ihre Reaktion auf das Brexit-Votum. Die EU mache „sehr gute Arbeit“, sagte der Präsident der britischen „Financial Times“. „Ich denke, das wird ein großartiger Deak für Großbritannien“, sagt Trump, „und ich denke, dass wird ein wirklich sehr guter Deal auch für die EU.“ Er sei nach der der Briten für den EU-Austritt zunächst davon ausgegangen, dass nun auch noch weitere Länder folgen würden. „Aber ich denke, die Europäische Union bekommt ihre Sache hin.“ Es sei gute Arbeit von Seiten der EU-Politiker geleistet worden, dass beide Seiten wieder zusammenfinden.
Deshalb geht Trump davon aus, dass die EU vorerst halten wird. Die äußerungen, die Trump nun gegenüber der „FT“ macht, stehen im Widerspruch zu den Aussagen, die er gegenüber „Bild“ und „Times“ zu Beginn seiner Amtszeit im Januar gemacht hat. Damals sagte er, der Brexit sei eine großartige Sache und glaubte noch, andere Staaten würden folgen.
Über Angela Merkel sagt Trump: „Ich hatte ein großartiges Treffen mit ihr, ich mag sie wirklich. Sie sagt dasselbe über mich. Ich sprach mit ihr vor zwei Tagen. Sie sagte dasselbe zu mir, wir hatten ein großartiges Treffen und die Presse kapiert das nicht.“ Es sind also die Medien, denen er unterstellt, das als schlecht geltende Verhältnis zu Merkel konstruieren zu wollen.
Wieso „Trumpcare“ scheiterte
Als eine der größten Niederlagen von Trump gilt, dass er die von ihm über Jahre angekündigte Reform des Gesundheitswesens und damit speziell die Absetzung der nach seinem Vorgänger benannten „Obamacare“ im Kongress nicht durchsetzen konnte. Dazu sagt er nun: „Ich wollte keine Abstimmung. Das war meine Idee.“ Der republikanische Mehrheitsführer Paul Ryan behauptete bislang, er habe Trump überzeugen müssen, die Abstimmung abzusagen.
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Trump scheitert vorerst an Obamacare
