Aktien

Toshiba-Tochter Westinghouse kurz vor der Insolvenz

• Bookmarks: 17


Atomkraftwerke von Westinghouse haben Toshiba die Bilanz versaut.

Die Berichte, dass die angeschlagene amerikanische Atomtochtergesellschaft Westinghouse des japanischen Toshiba-Konzerns in Konkurs gehen könnte, verdichten sich.

Das unglückselige Abenteuer des japanischen Technologiekonzerns Toshiba mit dem amerikansichen Kraftwerksbau, das den Konzern schon seit langem belastet, könnte in Kürze seinen vorläufigen Abschluss finden.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtete, plant die Tochter Westinghouse bald einen Insolvenzantrag zu stellen. Nach Informationen der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ könnte Westinghouse diesen Antrag in den Vereinigten Staaten möglicherweise noch in dieser Woche stellen.

Toshiba hatte vor kurzem eine Wertberichtigung in Milliardenhöhe auf die 2006 übernommene Sparte bekanntgegeben. Diese hatte zu einer Überschuldung geführt. Auslöser waren Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau von Atomkraftwerken in den Vereinigten Staaten. Die Japaner hatten Westinghouse für mehr als fünf Milliarden Dollar gekauft. Dieser wiederum hatte die Spezialbaufirma Stone & Webster übernommen, auf die sich die Abschreibungen zum großen Teil beziehen. Mit dem Einstieg in das für stabil gehaltene amerikanische Atomgeschäft im Jahr 2006 wollte Toshiba eigentlich die Schwankungen des Elektronik-Markts abfedern.

Zur Detailansicht

Die Möglichkeit einer Insolvenz von Westinghouse gilt schon länger als Option. Insofern hielten sich die Kursverluste der Toshiba-Aktie mit rund zwei Prozent in Grenzen. Toshiba erklärte zu dem Bericht, es sei nicht angemessen, sich voreilig zu äußern.

Westinghouse soll beim südkoreanischen Energiekonzern Kepco angefragt haben, ob dieser bei der Reorganisation während der Insolvenz als Unterstützer auftreten wolle.Bei Kepco hieß es indes, man habe zu dem Bericht keine Informationen.