Gesellschaft

„Ich war heute zum ersten Mal surfen“

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Schlechtes Wetter lockt Surfer an: Hier bei einem Schneesturm 2014 am Rockaway Beach.

Schneesturm „Stella“ sorgt jetzt in Kanada für Chaos. Auch in New York litten viele unter dem Unwetter. Manche hatten aber auch ihren Spaß: Wellenreiter. Einer wurde mit einer Lügengeschichte zum Medienstar.

Dass über Amerika ein Schneesturm tobte, wurde in Deutschland spätestens bekannt, nachdem Angela Merkels Reise zu Donald Trump am Montag abgesagt und auf Freitag verschoben wurde. Mittlerweile ist Sturm „Stella“ in den Osten Kanadas weitergezogen und hat die Region am Mittwoch weitgehend lahmgelegt. Auch in New York waren Tausende Flüge ausgefallen und hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom. Viele Leute litten unter dem Unwetter, ein paar hatten aber auch ihren Spaß: Wellenreiter. „Dienstag war einer der besten Tage zum Surfen, die ich in New Jersey je erlebt habe“, sagte Surfer Rob Kelly zu „Surfline.com“. Er sei den ganzen Tag im Wasser gewesen. „Es ist selten, dass man so gute Wellen hier hat, da muss man jede nehmen, die man kriegt.“

Ein Wellenreiter wurde sogar zum Medienstar: Während eine Reporterin von „PIX11 News“ vom Strand über den Sturm berichtete, lief er mit seinem Surfbrett plötzlich durchs Bild. Die Journalistin schnappte sich den Mann kurzerhand für ein Interview, das er gerne gab, nachdem er sie gefragt hatte, ob sie ihn vielleicht danach im Auto mitnehmen könnte. Dann erklärte er, dass er heute zum ersten Mal überhaupt surfen gegangen sei. Die Bedingungen hätten ihn etwas überfordert: Er sei beinahe eine Meile abgetrieben. Das sorgte später für Schlagzeilen wie: „Respekt an den Surfer, der während ,Stella‘ zum ersten Mal surfen war und dann verloren ging.“

In Wirklichkeit hatte sich der Wellenreiter allerdings nur einen Spaß erlaubt: Adam Winerip ist 26 Jahre alt, surft aber seitdem er 13 Jahre alt ist, wie er „Surfline.com“ später erzählte. „Dass jemand zum ersten Mal in seinem Leben während solch eines Sturms surfen geht, wäre die absurdeste Sache überhaupt“, sagte er. Außer ihm sei niemand im Wasser gewesen. „Es war super, die Wellen ganz für mich alleine zu haben.“ Bevor er ins Wasser gegangen sei, habe er noch „halb im Spaß“ zu einem Freund gesagt, er gehe extra an den Teil des Strandes, von wo die Nachrichtensender bei einem Sturm immer berichteten.

Im Wasser habe er sich dann überlegt, was er bei einem Interview erzählen könnte. „Diese Art von Interview gab es schon tausendmal, deswegen wollte ich ein bisschen Unruhe reinbringen“, sagte er. In einer Hinsicht war er von den Reportern aber enttäuscht: Sie hätten ihn nach dem Bericht nicht in ihrem Auto mitgenommen. Stattdessen sei er getrampt und habe einen sehr netten Autofahrer erwischt. „Er gab mir sogar einen Bagel. Er ist die wahre Legende in der Geschichte!“