
Kleine Sensoren funken zum Smartphone und geben Alarm. Eine Software bündelt die Informationen, wertet aus und leitet weiter. Bisher gibt es zwei Anwendungen.
So stellt man sich das Internet der Dinge vor: Kleine Sensoren im Haus erfassen etwas und senden Daten. Eine Software bündelt die Informationen, wertet aus und leitet weiter. Die Sensoren selbst sind Peanuts, sie müssen nicht viel können. Sie erhalten ihre Fähigkeiten aus dem Netz und der App- allein sind sie nichts, im Verbund jedoch stark. Peanut heißen folglich die knallbunten und vier Zentimeter hohen Sensoren des französischen Unternehmens Sense, die beispielhaft zeigen, was uns erwartet. Bislang sind zwei Peanuts erhältlich, Guard und Thermo. Angekündigt ist ein dritter zur Schlafüberwachung und ein weiterer, der kontrollieren soll, ob man seine Medikamente eingenommen hat. Gemeinsam ist ihnen der Betrieb mit einer App für iOS oder Android, einer wechselbaren Knopfzelle zur Stromversorgung und Bluetooth für die Übertragung.
Ein oder mehrere Thermo Peanuts befestigt oder legt man dort ab, wo man die Temperatur messen will, gegebenenfalls auch draußen. Auf dem Smartphone sieht man die Daten sogar chronologisch und kann sich alarmieren lassen, sobald Grenzwerte über- oder unterschritten wurden. Der flexible und unkomplizierte Einsatz ist der Pluspunkt. Und die Möglichkeiten der Verbindung. Denn mit dem Vernetzungsdienst IFTTT (If this, than that) lassen sich schnell Anweisungen basteln: Stelle die Heizungstemperatur höher, wenn die Raumtemperatur unter 21 Grad fällt. Oder: Sende eine Push-Meldung, wenn die Kühlschranktür offen steht.
Die Peanuts können mit einer App für iOS, aber auch für Android betrieben werden.
Das alles ist ruckzuck eingerichtet. Im Optionsmenü der App kann man das Messintervall festlegen und eine Kalibrierung der Messwerte vornehmen. Nach unserer Einschätzung ist die Messgenauigkeit recht hoch. Der Hersteller gibt einen Messbereich von minus 20 bis 60 Grad Celsius an. Der Thermo Peanut arbeitet auch mit dem Google-System Nest zusammen. Bei der Inbetriebnahme ist eine E-Mail-Adresse anzugeben. Sie wird von Sense fortan mit Werbung gefüllt, und zwar ohne vorherige Zustimmung. Das ist in Deutschland rechtswidrig. Davon einmal abgesehen, funktioniert das Ganze prima.
Der Guard Peanut arbeitet wiederum weder mit Nest noch mit IFTTT zusammen und ist ein einfacher Alarm, der auf dem Smartphone oder mit eigenen Signaltönen genau dann losschlägt, wenn er bewegt wird. Die Idee: Man befestigt den Peanut beispielsweise an Rucksack oder Aktentasche, und jede Bewegung wird gemeldet. Als Türalarm taugt er ebenfalls oder als Diebstahlmelder für das Notebook in der Bibliothek. Sehr laut ist allerdings der Ton nicht, den der kleine Peanut selbst von sich gibt.
Ein oder mehrere Thermo Peanuts befestigt oder legt man dort ab, wo man die Temperatur messen will, gegebenenfalls auch draußen.
Wie beim Thermo Peanut gilt: Das Smartphone muss für eine Push-Meldung in der Nähe sein, eine autarke Alarmanlage lässt sich mit der günstigen Sensortechnik nicht aufbauen. Dem Nutzwert tut das keinen Abbruch, für 30 Euro pro Peanut ist das Ausprobieren kein finanzielles Abenteuer. Weitere Szenarien kann man sich auch beim Guard Peanut schnell ausdenken: etwa den Hinweis, sobald die Süßigkeitenschublade in der Küche geöffnet wird, inklusive einer Auswertung, wie oft dergleichen am Tag passiert. Dabei hilft die App, sie erzeugt nämlich gleich die entsprechenden Balkendiagramme.
Alle Peanuts werden in einer einzigen App verwaltet. Man sieht also unmittelbar, wo welche Vorgänge zum Alarm führten, und man kann mehrere Wächter zu einem umfassenden Kontrollsystem zusammenfassen. Die Idee ist faszinierend, der Preis klein.
Die Knopfzelle zur Stromversorgung soll ein halbes Jahr halten. Vielleicht hat demnächst die Kaffeetasse ähnliche Sensoren ebenso eingebaut wie der Schreibtischstuhl. Das Internet der Dinge ist näher, als man denkt.
