
Der Bürgermeister von Melbourne glaubt, dass die Aktion einem „wichtigen Thema eher Spott als Unterstützung bringt“. Trotzdem konnte eine gemeinnützige Organisation durchsetzen, dass zehn Fußgängerampeln in der Stadt jetzt Frauen zeigen.
Zehn Fußgängerampeln im australischen Melbourne zeigen jetzt statt eines Ampelmännchens eine Ampelfrau. Wie die Organisation Komitee für Melbourne gegenüber dem Sender ABC am Weltfrauentag am Mittwoch erklärte, sollen so „unbewusste Vorurteile“ verringert und Geschlechtergleichberechtigung gefördert werden. Das passiere hier „mit der änderung von Zeichen, die wir jeden Tag sehen“, erklärte Martine Letts, die Leiterin der gemeinnützigen Organisation, die das Projekt initiierte.
Das Komitee für Melbourne tauschte zehn Fußgängerampeln an einer der belebtesten Kreuzungen der Stadt aus und will die Ampelfrauen versuchsweise ein Jahr lang beibehalten. Als Frauen zu erkennen sind die Ampelfrauen lediglich daran, dass sie einen Rock tragen.
Die Frauenministerin des Bundesstaates Victoria, Fiona Richardson, begrüßte die Initiative: „Frauen werden auf viele kleine – aber symbolisch wichtige – Arten und Weisen aus dem öffentlichen Raum ausgeschlossen.“ Hingegen zweifelte Robert Doyle, der Bürgermeister von Melbourne, die Sinnhaftigkeit der Ampelfrauen an. „Leider glaube ich, dass diese aufwändige Aktion diesem eigentlich sehr wichtigen Thema eher Spott als Unterstützung bringt.“
Zumindest im Internet hatte er damit recht. Bei einer Umfrage der „Herald Sun“ gaben 94 Prozent der Befragten an, gegen eine allgemeine Anpassung der Ampeln zu sein. Viele Nutzer machte ihrem ärger in Kommentaren unter einem Artikel auf der Webseite von „The Australian“ Luft. Ein Nutzer fragte: „Ich dachte Frauen in Röcken seien ein sexistisches Stereotyp, gegen das Feministinnen kämpfen?“
