
Die Volksrepublik steigert ihren Wehretat um sieben Prozent. Verglichen mit den Vereinigten Staaten gibt Peking gleichwohl eher wenig Geld für das Militär aus.
China will seine Militärausgaben in diesem Jahr um sieben Prozent erhöhen. Dies ist der geringste Zuwachs seit dem Jahr 2010. Die Vorsitzende des Volkskongresses, Fu Ying, sagte an diesem Samstag weiter, der Verteidigungshaushalt entspreche damit rund 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).
Im vergangenen Jahr 2016 war der Wehretat nach offiziellen Angaben noch um 7,6 Prozent auf umgerechnet rund 138 Milliarden Dollar geklettert, in den Jahren davor waren jeweils Anstiege im zweistelligen Bereich verzeichnet worden. Auf der ganzen Welt geben nur die Vereinigten Staaten mehr Geld für Waffen aus als China: Präsident Donald Trump hatte jüngst angekündigt, den Militärhaushalt um zehn Prozent auf rund 603 Milliarden Dollar zu steigern.
Die sinkenden Zuwachsraten in China spiegeln das abgekühlte Wirtschaftswachstum der Volksrepublik. In chinesischen Militärkreisen hieß es, der Anstieg sei zu gering. „Viele Leute beim Militär werden damit nicht glücklich sein“, sagte ein mit der Sache Vertrauter. Angesichts der Unsicherheit, die mit dem neuen amerikanischen Präsidenten einhergehe, wäre mindestens ein Anstieg um zehn Prozent notwendig gewesen, hieß es auch in der einflussreichen amtlichen Zeitschrift „Global Times“.
Für Beunruhigung in China sorgen mögliche Auseinandersetzungen mit den Vereinigten Staaten über das Südchinesische Meer und den Status von Taiwan, das China als abtrünnige Provinz betrachtet. Mit ihrem Anspruch auf das Südchinesische Meer, in dem Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet werden, hat die Führung in Peking heftige Kritik aus anderen asiatischen Staaten auf sich gezogen, auch aus Amerika. Der Wehretat wird auch Thema sein während der an diesem Sonntag beginnenden Beratungen des Nationalen Volkskongresses.
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China erhöht Wehretat um sieben Prozent
