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Trump gibt auch in Tokio den Ton an

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Japans Anleger schauen derzeit vor allem in Richtung Amerika.

Die Trump-Rally in Japan ist vorbei, doch Japans Investoren folgen unverändert den Launen und Kommentaren des neuen amerikanischen Präsidenten.

Während der Nikkei-225-Index in den Wochen nach der Wahl von Donald Trump bis zur Jahreswende stetig zulegte, ist der japanische Leitindex seither unter großen Schwankungen im Trend nahezu stabil. Nach der ersten Schrecksekunde verhalf die Begeisterung für die versprochenen Steuersenkungen, Deregulierungen und Investitionsprogramme dem Nikkei-Index seit der Präsidentenwahl bis zum Jahreswechsel zu einem Plus von 14 Prozent. Seit Jahresbeginn aber liegt das Plus bei nur noch 0,8 Prozent.

Das Auf und Ab seit Januar gründet zum Teil in den Kurznachrichten des Präsidenten, die dieser über den Internetdienst Twitter absetzt. Wertpapierhändler in Japan wollen gar schon das Muster erkannt haben, dass der amerikanische Präsident bevorzugt am Wochenende mitteilungsbedürftig sei und die Märkte verschrecke.

Yen Ende Januar. Das gilt deutlicher noch für Trumps Warnung an Japans größten Autobauer, Toyota Motor, von Investitionen in Mexiko Abstand zu nehmen oder eine „große Grenzsteuer“ zu bezahlen. Der Autobauer, der, gemessen an der Marktkapitalisierung, wichtigste Aktienwert Japans, trug an der Börse deutliche Einbußen davon.

Die Aktie von Toyota Motor, die am Jahresende 2016 mit der Trump-Rally im Wert zulegte, verlor seit Jahresbeginn 6,5 Prozent. In den Abwärtstrend für Toyota und andere Exporteure wie Nissan oder Mazda seit Januar spielt hinein, dass der japanische Yen – im Gegensatz zu den Wochen nach der Wahl – im Trend wieder ein wenig gegenüber dem Dollar aufwertete. Die Abwertung des Yen nach der Wahl Trumps, die den Kurs von 105 Yen auf bis zu 118 Yen je Dollar trug, scheint zumindest vorerst beendet. Zuletzt wurde der Dollar um 113 Yen gehandelt.

Auch wenn die Wechselkurslage sich aus japanischer Sicht mit der Wahl von Trump verbessert hat, drückt auf die Bilanzen der exportorientierten Unternehmen dennoch ein Yen, der stärker ist als vor einem Jahr. Im Jahresschlussquartal etwa wurde der Dollar durchschnittlich zu rund 109 Yen bewertet, ein Jahr zuvor waren es rund 121 Yen. Dennoch stehen die Unternehmen wirtschaftlich besser da als vor einem Jahr.

Nach einer Auswertung der aktuellen Quartalsabschlüsse und Prognosen durch die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ steuern Japans gelistete Unternehmen in dem im März endenden Geschäftsjahr auf einen Rekordgewinn von insgesamt mehr als 20 Billionen Yen (167 Milliarden Euro) zu. Damit würde der Rekord von vor zwei Jahren, der sich vor allem dem schwachen Yen verdankte, gebrochen. Damals verdankte die Rekordgewinnsumme sich vor allem einem schwachen Yen, diesmal wohl einer verbesserten Effizienz. Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht.

Für Japan wirtschaftlich relevante „Zwitschereien“

Die höheren Gewinne kommen den Aktionären direkt zugute. Nach der „Nikkei“Auswertung werden die Dividenden in diesem Geschäftsjahr um œieben Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr steigen. Die börsengehandelten Unternehmen planen danach Dividendenzahlungen von insgesamt 11,8 Billionen Yen (98 Milliarden Euro). Das wäre doppelt so viel wie im Jahr 2009, dem Tief während der globalen Finanzkrise. Rund 30 Prozent der börsengehandelten Unternehmen wollen danach ihre Dividendenzahlungen wieder aufnehmen oder steigern.

Am Wochenende gab es keine für Japan wirtschaftlich relevanten „Zwitschereien“, also Twitter-Nachrichten des Präsidenten Trump. Der Nikkei-225-Index blieb am Montag mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 19251 Punkten fast unverändert. Die Aktie des Reifenherstellers Bridgestone legte um 5,4 Prozent zu, nachdem das Unternehmen einen Aktienrückkauf angekündigt hatte. Auch das Telekommunikationsunternehmen Softbank fand Interesse vieler Anleger.

Am Wochenende waren Medienberichte aufgekommen, dass Softbank angeblich bereit sei, seine amerikanische Telefontochtergesellschaft Sprint mit dem amerikanischen Mobilfunker T-Mobile, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, zu verschmelzen und dabei vielleicht auf die Mehrheit zu verzichten. Auch hier zeigt sich ein möglicher Vorteil Trumps für zumindest ein japanisches Unternehmen.

Masayoshi Son, der Chef von Softbank, war schon im November zum designierten Präsidenten in den TrumpTower nach New York gereist, um dort Investitionen in den Vereinigten Staaten anzukündigen und um Wohlwollen zu werben. Son hatte 2013 versucht, T-Mobile zu übernehmen und mit Sprint zu verschmelzen. 2014 scheiterte das am wettbewerbsrechtlichen Einspruch der Regulierer. Nun hofft Son, dass Trump der Fusionsidee gnädiger gegenübersteht. Doch haben die Zeiten sich geändert. Son hat Sprint zwar mit drastischen Einschnitten auf Gewinnkurs getrimmt, ist in der Kundenzahl aber hinter T-Mobile auf Rang vier zurückgefallen. Die Nachricht, dass Softbank zugunsten einer Fusion die Leitung von Sprint abgeben könne, gefiel deshalb den Anlegern. Die Aktie von Softbank stieg in Tokio um 3,2 Prozent.