
Wer bisher das Antennenfernsehen DVB-T an seinem Apple-Rechner geschaut hat, braucht Ende März neue Hardware. Wir haben den EyeTV T2 von Geniatech getestet.
Wie kommt das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD in den Computer? Diese Frage haben wir kürzlich schon einmal aufgeworfen und erste USB-Empfangsadapter für Windows und Android-Tablets unter die Lupe genommen, gebaut vom Spezialisten Terratec. Jetzt setzen wir mit einem Empfangsstick nach, der auch unter Mac OS läuft. Er heißt EyeTV T2 und stammt von Geniatech – jenem Unternehmen, das die EyeTV-Sparte im vergangenen Jahr vom bewährten Anbieter Elgato gekauft hat.
Wie solche Empfangssticks funktionieren, ist hinlänglich bekannt: Sie demodulieren das Sendesignal, leiten den so gewonnenen Videodatenstrom über die USB-Schnittstelle in den Rechner und schicken ihn an die passende Software, die sich um die Videodekodierung, die Senderverwaltung, die Programmvorschau, die Aufnahmeprogrammierung und die Abspeicherung von Mitschnitten kümmert.
Das sollten Sie über DVB-T2 wissen
Mit der EyeTV-Software sind wir noch aus Elgato-Zeiten vertraut: Sie ist übersichtlich, narrensicher zu bedienen und funktioniert rundum mühe- und problemlos. Sogar eine virtuelle Fernbedienung gehört zum Komplett-Set. Heikel ist aber die Frage: Braucht man auch unter Mac OS als Rechner-Hardware einen Muskelprotz, um die HD-Videodekodierung nach dem neuen, für DVB-T2 in Deutschland verwendeten Standard HEVC zu bewerkstelligen? Terratecs Windows-Version zum Beispiel verlangt nach einem Intel-i7-Prozessor oder Vergleichbarem in ähnlicher Stärke. Geniatec gibt sich bescheidener und setzt für die HD-Wiedergabe lediglich einen i5-Chip voraus. Der Hintergrund: Noch immer beherrschen nur wenige Grafik-Chips die Hardware-Dekodierung von bewegten Bildern in HEVC. Deshalb ist hohe Rechenleistung der Hauptprozessoren gefragt.
Die Überraschung: Mit einem i5-Prozssor kommt der EyeTV-Außenborder tatsächlich locker zurecht, ohne HD-Bilder je stottern zu lassen. Wir konnten sogar einen neun Jahre alten Mac Pro zum Fernseher machen. Und auch die Betriebssystem-Anforderungen – Geniatech verlangt mindestens Mac OS 10.9 – konnten wir noch unterbieten: Unter 10.8.5 lief die EyeTV-Ausrüstung ebenfalls problemlos. So kommt die EyeTV-Lösung (Preis: 130 Euro) auch für ältere Rechner in Frage – trotz des Ressourcenhungers, den die HEVC-Dekodierung mit sich bringt. Eine Einschränkung allerdings gilt auch hier: Die USB-Lösungen für den Fernsehempfang taugen nur für unverschlüsselte Programme. Und weil die Privaten ihre HD-Programme über DVB-T2 verschlüsselt ausstrahlen, bleibt ihnen der Weg in den Rechner versperrt.
