Wirtschaft

Bundesbankpräsident warnt Amerika vor Handelskrieg

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann (hier im April 2016 in Washington) mahnt, einen kühlen Kopf zu bewahren und mit der amerikanischen Regierung ins Gespräch zu kommen.

Handelsbarrieren, Abwertungswettlauf, Kündigung von Freihandelsabkommen – Donald Trump verordnet Amerika in der Handelspolitik den Rückzug. Aus Sicht von Bundespräsident Weidmann gibt es bei dieser Politik fast nur Verlierer.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat vor einem Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union gewarnt. „Wenn die Politik Handelsbarrieren errichtet oder einen Abwertungswettlauf anzettelt, gibt es am Ende nur Verlierer“, sagte Weidmann den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben). Weidmann, der auch dem Rat der Europäischen Zentralbank angehört, sprach von einer „Vielzahl von beunruhigenden äußerungen“ aus den Vereinigten Staaten. Jetzt sei es wichtig, „einen kühlen Kopf zu bewahren und mit der amerikanischen Regierung ins Gespräch zu kommen“.

Washington solle bedenken, dass China und andere Staaten Asiens schon jetzt als Handelspartner wachsende Bedeutung für Europa gewonnen hätten, sagte Weidmann. „Das für viele asiatische Länder enttäuschende Nein Trumps zu einem transpazifischen Handelsabkommen fördert die Suche nach Partnerschaften ohne Amerika.“ Wenn sich die Vereinigten Staaten „handelspolitisch aus dem Spiel nehmen, werden andere die Lücke füllen“.

Amerikas Präsident Donald Trump hatte nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt am 20. Januar per Dekret den Ausstieg seines Landes aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP besiegelt. Er will auch das seit 22 Jahren bestehende nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta mit Kanada und Mexiko neu verhandeln. Daneben droht Trump Unternehmen mit hohen Importzöllen auf Produkte, die außerhalb der Vereinigten Staaten produziert werden.