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Snap legt Börsenprospekt vor

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Der Countdown für das Wall-Street-Debüt von Snap, dem Hersteller der Smartphone-Anwendung Snapchat, läuft.

Der Mutterkonzern von Snapchat macht überschaubare Umsätze und hohe Verluste. Trotzdem könnte es der Börsengang des Jahres werden. Im Börsenprospekt steht sogar das Wort „Sexting“.

Es könnte der Börsengang des Jahres werden: Snap, der Hersteller der Smartphone-Anwendung Snapchat, hat am Donnerstagabend seinen Börsenprospekt vorgelegt. Damit läuft nun der Countdown für das Wall-Street-Debüt, das noch im laufenden Quartal über die Bühne gehen könnte. Erstmals sind nun auch Zahlen über die Geschäftsentwicklung publik geworden. Erwartungsgemäß sind die Umsätze bislang noch überschaubar, aber sie wachsen rasant. Für das abgelaufene Jahr meldete Snap einen Umsatz von 405 Millionen Dollar, 2015 waren es noch 59 Millionen Dollar. Das Unternehmen ist bislang aber noch hochdefizitär. 2016 gab es einen Nettoverlust von 515 Millionen Dollar, im Jahr zuvor waren es 373 Millionen Dollar.

Snapchat hatte zum Jahresende 158 Millionen Mitglieder, die den Dienst mindestens einmal am Tag nutzen, ein Zuwachs von 48 Prozent gegenüber 2015. Damit liegt Snapchat noch weit hinter dem sozialen Netzwerk Facebook zurück, das auf 1,2 Milliarden Nutzer kommt (monatlich wird Facebook sogar von mehr als 1,8 Milliarden Menschen genutzt). Facebook wollte Snap vor einigen Jahren für angeblich drei Milliarden Dollar kaufen, blitzte aber ab. Nun wird spekuliert, dass Snap beim Börsengang mit bis zu 25 Milliarden Dollar bewertet werden könnte. Als führende Konsortialbanken im Börsengang werden Morgan Stanley, Goldman Sachs, J.P. Morgan und die Deutsche Bank aufgeführt.

In dem Börsenprospekt wurden auch Medienberichte aus den vergangenen Wochen bestätigt, wonach das Unternehmen nur Aktien ohne jegliche Stimmrecht ausgeben wird, was sehr ungewöhnlich ist. Das wird dafür sorgen, dass die Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy die Kontrolle behalten. Aus dem Börsenprospekt geht hervor, dass Spiegel und Murphy jeweils 44 Prozent der Stimmrechte halten, obwohl ihnen nur etwas mehr als 20 Prozent aller Aktien gehören. In jedem Fall würden beide bei der angestrebten Bewertung auf dem Papier zu Milliardären. Der 26 Jahre alte Spiegel ist Vorstandsvorsitzender von Snap, Murphy ist Technologievorstand.

Die junge Nutzerschaft wird aks Risikofaktor genannt

Snap führt die Aktienstruktur mit stimmrechtlosen Papieren als einen der Risikofaktoren im Börsenprospekt an. Auch der Wettbewerb wird als Risikofaktor genannt. Snap weist darauf, dass der zu Facebook gehörende Fotodienst Instagram ganz ähnliche Funktionen wie Snapchat eingeführt habe. Als ein Risikofaktor wird auch die vergleichsweise junge Nutzerschaft aufgeführt, die nach Angaben des Unternehmens mehrheitlich zwischen 18 und 34 Jahren alt ist. Diese Nutzer könnten weniger loyal sein als andere demographische Gruppen, heißt es.

Snap ist im Jahr 2011 gegründet worden. Seine Smartphone-App Snapchat unterscheidet sich radikal von Facebook. Die hier ausgetauschten Inhalte sind für den Empfänger nur für kurze Zeit zu sehen und verschwinden dann wieder. Das Konzept kommt vor allem bei jungen Leuten gut an, die das Gefühl haben, auf Snapchat offenherziger kommunizieren zu können. Deshalb hatte Snapchat anfangs auch den Ruf einer „Sexting“-App, die sich vor allem um Schlüpfrigkeiten dreht. Das Wort „Sexting“ steht sogar im Börsenprospekt.

Jenseits der von Nutzern produzierten Inhalte wird Snapchat auch mehr und mehr zu einer Nachrichtenplattform und veröffentlicht Beiträge von Medienmarken wie „CNN“ oder dem „Wall Street Journal“. Sein Geschäft macht das Unternehmen vor allem mit Werbung. Es weitet aber seinen Aktionsradius aus und hat kürzlich eine Sonnenbrille mit integrierter Videokamera namens „Spectacles“ auf den Markt gebracht, deren Aufnahmen direkt mit Snapchat geteilt werden können.