Ausland

Touchdown à la Trump

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Donald Trump verbringt den Super-Bowl-Abend in seinem Golf-Ressort in Florida.

Während des NFL-Finales ging es wie erwartet auch um Politik. Das lag allerdings weniger an der singenden Trump-Kritikerin Lady Gaga als am Präsidenten selbst.

Wenn es darum geht, mediale Aufmerksamkeit optimal zu nutzen, macht Donald Trump so schnell keiner etwas vor. Zwar ist es inzwischen Tradition, dass vor dem alljährlichen American-Football-Finale, dem so genannten Super Bowl, ein Fernsehinterview des Präsidenten ausgestrahlt wird. Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht unmittelbar vor seinem TV-Auftritt noch einmal via Twitter ein wenig Werbung in eigener Sache machen würde. Man solle einschalten und „genießen“, twitterte Trump.

Was der Präsident dann im Gespräch mit Fox-Moderator Bill O’Reilly von sich gibt, sorgt einmal mehr dafür, dass viele Amerikaner, obwohl an diesem sportlichen Sonntag die Politik ja eigentlich ausnahmsweise einmal kein Thema sein sollte, doch wieder vor allem über Donald Trump diskutieren. Steuerkürzungen werde es noch in diesem Jahr geben, sagt der Präsident. Der Ersatz für die Gesundheitsreform seines Vorgängers Obama werde dagegen wohl länger auf sich warten lassen. Vor allem aber sind es Aussagen zu drei Themenbereichen, mit denen Trump abermals für Unruhe und Unverständnis sorgt – auch unter Republikanern.

To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that Putin „ein Mörder“ beziehungsweise für den Tod von Dissidenten und Journalisten mitverantwortlich sei, überrascht dann doch. Es gebe auch in den Vereinigten Staaten „eine Menge Mörder“, so Trump. „Was glauben Sie? Dass unser Land so unschuldig ist?“

Die Reaktionen fallen deutlich aus. „Wann ist denn jemals ein politischer Aktivist der Demokraten von der Republikanischen Partei vergiftet worden, oder umgekehrt?“, meldet sich Floridas Senator Marco Rubio zu Wort. Trumps Aussagen seien „sehr besorgniserregend und falsch“, sagt die Abgeordnete Liz Cheney aus Wyoming. Im Gegensatz zu den Politikern der Vereinigten Staaten sei Putin „ein Feind politischen Dissenses“, gibt Nebraskas Senator Ben Sasse zu bedenken.

Mal wieder muss Vizepräsident Mike Pence, der anders als Trump beim großen Finale in Houston im Stadion ist, für seinen Chef in die Bresche springen. Nein, der Präsident habe keine „moralische äquivalenz“ zwischen Russland und den Vereinigten Staaten herbeireden wollen, so Pence bei Fox News. Trumps Statement unterstreiche vielmehr dessen Entschlossenheit, „das Ausloten einer möglichen Zusammenarbeit mit Russland und Präsident Putin“ nicht länger „durch Argumente der Vergangenheit“ verhindern zu lassen.

„Die Leute sagen, dass ich Recht habe“

Mike Pence, so bekräftigt Trump unterdessen im Interview, werde auch die Kommission leiten, die angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentenwahl untersuchen soll. „Wir werden uns das sehr, sehr genau anschauen“, so der Präsident, der offenbar nach wie vor glaubt, dass im November Millionen Menschen illegal wählten und so Hillary Clinton landesweit eine Mehrheit der Stimmen bescherten.