
Ihre Botschaften gehen an digitale Gespenster: Die Twitter-Gefolgschaft von Politikern besteht oft zum guten Teil aus Social-Bots und Fake-Profilen. Sigmar Gabriel und Sahra Wagenknecht sind offenbar Musterbeispiele.
Viele Spitzenpolitiker, die sich über „Fake-News“ besorgt zeigen, haben selbst überwiegend „Fake-Follower“ – zumindest auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Das geht aus einer Social-Media-Analyse hervor, Sigmar Gabriel nur jeder zweite der SPD), der sich häufig Auseinandersetzungen mit sozialen Netzwerken liefert, versende seine Meldungen überwiegend an Gespenster. Knapp 61.000 seiner Gefolgsleute seien falsch, nur 51.000 echt.
Schlechter steht nur die Linke Sahra Wagenknecht da: Deren 110.000 Anhänger rekrutieren sich laut Bericht zu mehr als drei Vierteln aus Bots und Fantasie-Mitgliedern. Bei Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) seien es von fast 10.000 Followern knapp 50 Prozent.
Social Bots folgen oft wahllos tausenden Accounts mit dem Kalkül, im Gegenzug ebenfalls gefolgt zu werden. Twitter-Nutzer haben normalerweise wenig Einfluss darauf, wer ihnen folgt, und müssen sich selbst darum kümmern, suspekte Follower zu identifizieren und wieder zu entfernen.
