
Der amerikanische Präsident droht anderen Ländern mit Handelsbeschränkungen. Die würden durchaus entsprechend reagieren, sagt Volker Kauder. Und kündigt an, mit wem er demnächst sprechen will.
Der neue amerikanische Präsident Donald Trump redet dem Protektionismus das Wort und kritisiert seit vielen Jahren bestehende Handelsabkommen. Konkret drohte er bereits Mexiko und auch China höhere Zölle an. Aus seiner grundsätzlichen Handelskritik lässt sich aber schließen, dass er durchaus auch andere Länder in den Blick nehmen könnte.
Unionsfraktionschef Volker Kauder hat die Vereinigten Staaten nun indirekt darauf hingewiesen, dass Europa auf Handelsbeschränkungen mit Vergeltungsmaßnahmen reagieren könnte. „Natürlich könnte theoretisch auch Europa höhere Zölle erheben. Das wäre aber der falsche Weg“, sagte der CDU-Politiker dem „Tagesspiegel am Sonntag“.
Xi Jinping auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in einer viel beachteten Rede.
Kauder kündigte an, er werde im Februar in die Vereinigten Staaten reisen und dort das Gespräch auf der parlamentarischen Ebene suchen. „Der amerikanische Präsident kann auch nicht alles alleine.“ Mutmaßlich bezieht er sich damit darauf, dass die republikanischen Abgeordneten teils merklich andere Auffassungen vertreten als der Präsident – öffentlich aufgefallen waren schon während des Wahlkampfs etwas Differenzen zwischen dem Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan und Trump.
Kauder forderte zugleich die Europäer auf, geschlossen gegenüber Trump aufzutreten im Werben für freien Welthandel. Die EU-Partner müssten zusammenrücken, und zwar überall: in der Verteidigungs-, Flüchtlings- und Wirtschaftspolitik. Trump wird an diesem Samstag erstmals mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonieren- dabei soll es etwa um die Themen Russland und die Ukraine gehen.
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Trump macht es vor: Was ist Protektionismus?
