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Netflix schafft neuen Rekord

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Der erste große Netflix-Erfolg war die Politdrama „House of Cards“ mit Kevin Spacey.

Der Streaming-Dienst gewinnt so viele neue Kunden wie noch nie. Und der Aktienkurs ist auf dem Weg zu einem neuen Allzeithoch.

Die amerikanische Online-Videothek Netflix hat am Mittwoch nach Börsenschluss glänzende Zahlen vorgelegt. Das Unternehmen hat im vergangenen Quartal so viele Kunden gewonnen wie noch nie und nähert sich nun der Marke von 100 Millionen Abonnenten auf der ganzen Welt. Der Aktienkurs sprang im nachbörslichen Handel um 8 Prozent auf 144 Dollar. Wenn sich das im regulären Handel am Donnerstag bestätigt, wäre es ein Allzeithoch. Schon vor der Vorlage der Zahlen hat der Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um fast 30 Prozent zugelegt.

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Im vergangenen Quartal hat Netflix 7,1 Millionen Abonnenten gewonnen und hat nun 93,8 Millionen Kunden. Das Unternehmen hatte eigentlich nur einen Zuwachs um 5,2 Millionen Neukunden vorhergesagt. Sowohl auf dem amerikanischen Heimatmarkt als auch im Ausland wuchs Netflix schneller als erwartet. In Amerika kamen knapp zwei Millionen Abonnenten hinzu, im Rest der Welt waren es 5,1 Millionen. Netflix hat nun außerhalb Amerikas schon fast so viele Kunden wie in der Heimat.

Fast in allen Ländern der Welt vertreten

Das Unternehmen schlüsselt die Abonnentenzahlen im Auslandsgeschäft nicht nach Ländern auf, insofern ist unklar, wie es sich zum Beispiel in Deutschland schlägt, wo es seit 2014 vertreten ist. Netflix teilte aber mit, es habe im internationalen Geschäft Wachstum auf breiter Front gegeben. Das Unternehmen ist seit einem Jahr in fast allen den Ländern der Welt präsent.. Einer der letzten größeren weißen Flecken ist China, wo das regulatorische Umfeld Netflix bislang vom Markteintritt abgehalten hat. Das Auslandsgeschäft bringt dem Unternehmen aber noch Verluste ein.

Netflix versteht sich als Herausforderer des traditionellen Fernsehens. Das Unternehmen erlaubt es seinen Kunden, seine Bibliothek aus Fernsehserien und Filmen jederzeit aus dem Internet per „Streaming“ abzurufen, bietet also kein starres Fernsehprogramm zu festen Zeiten. Kunden können die Inhalte auf internetfähigen Fernsehern ebenso ansehen wie auf Computern oder Smartphones. Netflix hat ursprünglich nur Produktionen anderer Medienkonzerne gezeigt, aber seit vier Jahren bietet das Unternehmen auch eigene Inhalte.

Zahlen über den Erwartungen

Der erste große Erfolg war die Politdrama „House of Cards“, seither folgten eine ganze Reihe anderer Serien wie „Black Mirror“ oder „Stranger Things“. Mittlerweile beschränkt sich das Unternehmen nicht mehr auf Fernsehserien, sondern lässt auch eigene Kinofilme und Talkshows produzieren. Mehr und mehr setzt Netflix heute auch auf lokale Inhalte. Kürzlich wurde zum Beispiel ein Abkommen mit dem indischen Bollywood-Star Shah Rukh Khan geschlossen, dessen Filme von nun an exklusiv bei Netflix laufen sollen. Gerade wird auch eine deutschsprachige Serie namens „Dark“ gedreht.

Es sind solche Eigenproduktionen, mit denen Netflix heute in erster Linie identifiziert wird, und sie werden vom Unternehmen auch als wesentlicher Grund für die gute Entwicklung im vergangenen Quartal genannt. Netflix hat gesagt, in diesem Jahr mehr als 1000 Stunden mit eigenem Material herausbringen zu wollen, zwei Drittel mehr als 2016. Der Streaming-Dienst will in diesem Jahr sechs Milliarden Dollar für eigene und von anderen Medienkonzernen lizenzierte Inhalte ausgeben.

Insgesamt baute Netflix in den vergangenen drei Monaten seinen Umsatz um 36 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar aus, was in etwa auf Höhe der Erwartungen lag. Der Nettogewinn stieg um 55 Prozent auf 67 Millionen Dollar, das Ergebnis je Aktie von 15 Cent war um zwei Cent höher als von Analysten vorhergesagt. Auch mit seiner Prognose, im ersten Quartal weitere 5,2 Millionen Abonnenten zu gewinnen, übertraf Netflix die Erwartungen. Wenn das Unternehmen dies schafft, hätte es Ende März 99 Millionen Kunden.