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Kommt auch gut von oben

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Samsungs Soundbar HW-K950 mit Subwoofer und Rear-Speakern

Die dritte Dimension hält langsam Einzug ins Wohnzimmer. Und zwar beim Filmsound. Dolby Atmos ist im Kommen. Wir haben eine Soundbar von Samsung für das akustische 3-D-Erlebnis getestet.

Die dritte Dimension hält langsam Einzug ins Wohnzimmer. Während die 3D-Bilder auf dem Rückzug sind, Hersteller T+M Samsung Soundbar HW-K950 Und so funktioniert’s

Um das hören zu können, müssen Lautsprecher in der Decke eingebaut sein. Das erfordert selbst im Kino einige bautechnische Maßnahmen. Weil für solch einen Umbau im Wohnzimmer nur wenige bereit sind, haben sich die Hersteller etwas einfallen lassen: Sie richten einige Lautsprecher so aus, dass der Schall von unten Richtung Decke geht, von dieser reflektiert wird und dann über dem Kopf des Zuschauers ankommt. Diese Upfire-Technik steckt schon in einigen Surround-Anlagen. Nun kommen die ersten Soundbars mit Dolby Atmos von Yamaha oder Onkyo.

Passend für 55 Zoll Fernseher

Auch Samsung hat noch rechtzeitig vor Weihnachten mit der HW-K950 eine aktive Soundbar herausgebracht. Es ist eine Hybridlösung, weil neben dem üblichen Riegel, den man quer unter den Fernseher legt, und dem Subwoofer, der auf dem Boden steht, zwei Lautsprecher für den hinteren Bereich hinzukommen. Dort wie auch in der Soundbar selbst, sitzen die Upfire-Membranen, die den Schall nach oben leiten. Somit handelt es sich um ein 5.1.4-Surround-System. Insgesamt treiben 16 Membranen den Klang durch das Wohnzimmer.

Hersteller T+M Samsung Soundbar HW-K950 Der Riegel passt gut unter einen 55 Zoll großen Fernseher

Das klingt nach viel Durcheinander und Verkabelung, ist es aber nicht. Der Klangriegel ist kaum mehr als acht Zentimeter hoch, etwa 1,20 Meter breit und passt perfekt unter einen 55-Zoll-Fernseher. Der Subwoofer und die beiden hinteren Lautsprecher kommunizieren mit ihr per Bluetooth. Der Strom kommt aber noch aus der Steckdose. Deswegen müssen auch die Rear-Speaker im Wohnzimmer so positioniert werden, dass sie in der Nähe einer Steckdose sind. Etwas praktischer sind akkubetriebene Lautsprecher wie etwa von Sony, die man für die Zeit des Filmeguckens aufstellt und dann wieder im Schrank verschwinden lässt.

Sound von oben deutlich hörbar

Da es noch nicht viele Filme im Atmos-Format gibt, testen wir die Soundbar mit einer Demo-Bluray von Dolby. Darauf sind verschiedene Szenen, die das neue Format beherrschen. Vor dem Abspielen dürfte sich bei jedem Atmos-Kenner eine gewisse Skepsis einstellen, weil man einer Soundbar die Upfire-Technik und die Beschallung von oben einfach nicht zutraut. Aber die Boeing 747 oder der Helikopter fliegen tatsächlich deutlich hörbar über die Köpfe der Zuschauer.

Man sollte sich allerdings beim Kauf eines Atmos-Systems darüber klar sein, dass die Filme momentan noch mit wenigen Szenen protzen, in denen der Rundum-Sound hörbar zum Tragen kommt. Daher faszinieren einzelne Szenen wie auf der Demo-Bluray sehr, schaut man hingegen Filme wie den neuen Mad Max, bestehen die meisten Szenen aus der bekannten Dolby-Kanalabmischung. Dennoch werden in Zukunft wohl immer mehr Filme in Atmos veröffentlicht werden und sich die entsprechenden Szenen, in denen das neue Format ausgespielt wird, häufen.

Das System liefert einen beeindruckenden Klang. Der Subwoofer lässt bei Bedarf Sofa und Wände wackeln, dröhnt aber nicht. Einzelne Geräusche kann man einwandfrei identifizieren, der gesamte Frequenzbereich wird ausgewogen repräsentiert. Zylinder hämmern, Rotoren wirbeln und Explosionen krachen. Der Klang der HW-K950 ist klar, fein und dennoch voll.

Wer schon einen 55 Zoll großen Fernseher hat, mit 1500 Euro etwas mehr ausgeben will als erwartet und keine hellhörigen Nachbarn hat, sollte sich diese Soundbar von Samsung anhören. Es lohnt sich.