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Jetzt soll das mobile Fernsehen durchstarten

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Elektronischer Programmführer und Empfänger von Terratec

Antennenfernsehen in HD-Qualität: Das verlangt nach passender Hardware, auch für den mobilen Empfang. Die ersten Adapter für Tablets und Notebooks.

Weiterfunken oder abschalten? Schon zweimal standen die TV-Sender und die Netzbetreiber fürs Antennenfernsehen vor dieser Frage. Als sie anno 2003 den Umstieg von der analogen auf die digitale Ausstrahlung in Angriff nahmen, hatten sie dazu nicht nur eine entschlossene Haltung, sondern auch eine klare Begründung: Vor allem für den mobilen Fernsehempfang müssten die Funktürme aktiv bleiben. Nach dieser Vorgabe legten die Planer dann auch die Parameter für die digitale DVB-T-Ausstrahlung fest: Knappe Datenraten und Standardauflösung müssten, so glaubten sie, fürs Terrassenfernsehen eigentlich ausreichen.

Allerdings entwickelten sich die Dinge dann doch etwas anders als damals erwartet. Empfangs-Chips für DVB-T wanderten nie hinter die Bildschirme mobiler Telefone und Computer – von einer einzigen Ausnahme abgesehen. Also mussten stets USB-Adapter oder W-Lan-Lösungen her, um den mobilen Empfang zu unterstützen. Und als dann die Tablets und Smartphones die Märkte im Sturm eroberten, zählte HD-Auflösung der Displays schnell zur Standardausstattung. Selbst für den mobilen Empfang erwies sich DVB-T schon bald als Sackgasse, für die großen Bildschirme im Wohnzimmer galt das eigentlich von Anfang an. Die Konsequenz: Netzbetreiber und Sender nehmen sich jetzt den Umstieg auf HD-fähiges DVB-T2 vor: Am 29. März schalten 44 Senderstandorte komplett auf den neuen Standard um, bis zum November 2018 soll die Zahl der DVB-T2-Standorte schrittweise auf 61 wachsen.

43313813 Terratec liefert den Cinergy TC2 Stick

Die neue Technik verlangt nach passender Empfangs-Hardware – das gilt auch für mobile Lösungen. Die ersten beiden Gerätschaften für den ambulanten DVB-T2-Empfang stammen von Terratec: Ein USB-Stick, der Notebooks unter Windows zum terrestrischen Fernseher macht und obendrein auch noch den digitalen Kabelempfang beherrscht, heißt Cinergy TC2 Stick, ein Adapter für Android-Tablets mit Micro-USB-Anschluss hört auf den Namen Cinergy T2 Stick Micro. Jedes dieser Modelle kostet um 50 Euro. Wir haben beide getestet – auch mit Blick auf die Frage: Was müssen die mobilen Computer überhaupt können, damit der terrestrische HDTV-Empfang klappt? Sie leisten nämlich die Hauptarbeit. Die Sticks und Adapter demodulieren nur das hochfrequente Empfangssignal und destillieren daraus einen Video-Datenstrom, den der angeschlossene Rechner dann zu sichtbaren Bildern verarbeiten muss.

Das ist nicht trivial. DVB-T2 überträgt in Deutschland bewegte Bilder, die nach dem extrem wirksamen Kompressionsstandard HEVC, auch H.265 genannt, kodiert wurden – nach derselben Norm also, die auch im künftigen Ultra-HD-Fernsehen eine Schlüsselrolle spielt. Nur wenige Grafik-Chips aber unterstützen bisher die HEVC-Decodierung mit Hardware-Beschleunigung. Folglich müssen oft die Hauptprozessoren die ganze Last der Videoverarbeitung allein stemmen, und dazu brauchen sie starke Muskeln. Für Notebooks etwa nennt Terratec vorsichtshalber Intel-i7-Prozessoren (4790 oder höher) als Mindestvoraussetzung.