
Ohne Hoffnung auf ein baldiges Ende des Syrien-Krieges hat sich Barack Obama beim Pazifik-Gipfel von der internationalen Bühne verabschiedet. Die Schuld dafür sieht der amerikanische Präsident auch bei Wladimir Putin.
Präsident Barack Obama glaubt nicht an eine rasche Lösung des blutigen Syrien-Konflikts. „Ich bin nicht optimistisch mit Blick auf den Prozess in nächster Zeit“, sagte Obama bei seiner letzten Pressekonferenz auf einer Auslandsreise in der peruanischen Hauptstadt Lima. Ein letzter kurzer Austausch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei ähnlich verlaufen wie viele in den vergangenen Monaten. Obama kritisierte abermals scharf die russischen Bombardements in Syrien. In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört, sagte er.
Obwohl Putin und Obama zwei Tage in Lima waren, reichte es nur für einen vierminütigen Wortwechsel am Rande einer Arbeitssitzung. Man sei sich „mit Respekt begegnet“, sagte Putin anschließend. Und stellte Obama eine Art Willkommensgarantie für Besuche in Russland aus: „Ich habe ihm für die Jahre der Zusammenarbeit gedankt und ihm gesagt, dass wir uns immer freuen, ihn in Russland zu sehen.“ Er hoffe nun allerdings auf bessere Beziehungen zu Amerika.
Obama sagte, er sei tief besorgt über das Blutvergießen in Syrien. Benötigt werde ein Waffenstillstand. Nachdem sich Russland und der Iran entschlossen hätten, Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit brutalen Luftangriffen zu unterstützen, sei nur schwer erkennbar, wie sich die „moderate Opposition“ noch für längere Zeit behaupten könnte. Assad wiederum habe sich entschieden, für den Machterhalt die Zerstörung seines Landes in Kauf zu nehmen.
Für die Vereinigten Staaten gebe es keine legale Grundlage für ein militärisches Eingreifen in Syrien, sagte Obama. Alles andere wäre auch ein „strategischer Fehler“ angesichts der Bemühungen um eine Stabilisierung Afghanistans und des Irak sowie des Kampfes gegen die Extremisten des „Islamischen Staats“ (IS).
Wie die Rolle der Vereinigten Staaten unter dem neuen Präsidenten Donald Trump aussehen wird, ist noch unklar. Im Wahlkampf hatte sich Trump dagegen ausgesprochen, die Rebellen weiter zu unterstützen, weil er sich auf den Kampf gegen den IS konzentrieren wolle. Auch eine Zusammenarbeit mit Russland gegen den IS hatte der Republikaner nicht ausgeschlossen.
To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that supports HTML5 video
Obamas Abschied in Lima
