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Ein Klassiker kappt das Anschlusskabel

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Findet den Weg auch ohne Kopfhörerklinke: P7 von Bowers & Wilkins

Alle Kopfhörer-Welt setzt auf Bluetooth. Deswegen gibt es jetzt auch eine kabellose Variante des P 7 von Bowers & Wilkins. Der Klang hat sich leicht verändert.

Seit Apple dem iPhone die Kopfhörerbuchse vorenthält, hat Bluetooth Hochkonjunktur: Alle Kopfhörer-Welt setzt jetzt auf den Kurzstreckenfunk. Das gilt auch für die britische Traditionsmarke Bowers & Wilkins, die den Trend offenbar erahnte: Dem kompakten On-Ear-Hörer P5 hat der Hersteller schon im Sommer 2015 eine Funkvariante zur Seite gestellt. Jetzt erhält auch das größere, ohrumschließende Modell P 7 ein Bluetooth-Pendant, und das macht uns neugierig.

Denn der P 7 ist ein Schätzchen. Das gilt schon für seine Verarbeitung: Lederbezogene Ohrposter, Hörkapseln und Tragebügel, aus filigranen, verchromten Stahldrähten gefertigte Aufhängungen der Hörkapseln – all dies wirkt seriös und solide. Dank einrastender Gelenke auf jeder Seite lässt sich der Hörer zusammenfalten und in einer mitgelieferten feinen Ledertasche verstauen.

Bis heute mögen wir am P 7 Klangqualitäten, die in seiner Klasse (Preis bisher: um 400 Euro) nicht selbstverständlich sind: Er musiziert im besten Sinne neutral, dosiert Bassvolumen wie Höhenglanz mit Realismus und Augenmaß, verleiht Stimmen und Instrumenten genau das richtige Maß an natürlicher Wärme, reproduziert eine weite, fein differenzierte Bühne. Kopfhörer, die mit noch mehr Finesse agieren, findet man eigentlich nur in deutlich höheren Preisregionen.

Drei seitliche Tasten an der rechten Hörkapsel

Jetzt hat der Hersteller die Anschaffungskosten des klassischen P 7 sogar auf 350 Euro gesenkt, und er besetzt die alte Preismarke mit der neuen Variante P 7 Wireless. Die sieht dem funklosen Modell zum Verwechseln ähnlich. Zu erkennen ist sie eigentlich nur an einem winzigen Schalter, der die eingebaute Funk- und Verstärkerelektronik anwirft, und an drei seitlichen Tasten an der rechten Hörkapsel, mit denen man durch das Musikangebot manövrieren oder ein Telefonat annehmen kann.

Zum Laden des eingebauten Akkus dient ein mitgeliefertes USB-Kabel. Das neue Bluetooth-Modell lässt sich aber auch mit einer Drahtverbindung betreiben. Dazu nimmt man das mit starken Magneten befestigte linke Ohrpolster ab und steckt das mitgelieferte Kabel an. Seine akustische Verwandtschaft zum alten P 7 kann der Neue kaum verhehlen. Auch er gefällt uns sehr gut – allerdings spielt er etwas heller: Seine Entwickler haben ihm ein wenig kräftigere Höhen verpasst, vielleicht mit Blick auf den mobilen Einsatz. Ob das nun besser ist? Geschmackssache eigentlich.