
Amerikas größtes Geldhaus trumpft auf: Der Gewinn ist höher als gedacht. Und nicht nur das freut die Anleger.
Während die Deutsche Bank und die Commerzbank in der Krise stecken, verdienen Geldhäuser auf der anderen Seite des Atlantiks prächtig: Die amerikanische Großbank JP Morgan hat auch in den vergangenen drei Monaten einen merklichen Milliardenbetrag verdient. Vor Steuern weitete sie ihren Gewinn um rund ein Drittel auf fast 9 Milliarden Dollar aus.
Unter dem Strich erzielte sie 6,29 Milliarden Dollar Gewinn. Das waren zwar beinahe acht Prozent weniger als im vergangenen Jahr um diese Zeit, aber: Vor einem Jahr noch hatte die Bank von einer milliardenschweren Steuergutschrift profitiert, die nun wegfiel.
Mehr als 4 Milliarden im Anleihegeschäft
Die Bank profitierte dabei offenbar von etwas höheren Zinsen in den Vereinigten Staaten und außerdem geringeren Kosten. Im vorbörslichen Handel an der Wall Street stieg ihr Aktienkurs infolge der Nachricht um 1,65 Prozent.
An diesem Freitag haben weitere große amerikanische Banken verraten, wie es ihnen im Sommerquartal ergangen ist: Die Citigroup verdiente nach Steuern beinahe 3,9 Milliarden Dollar, was zwar zehn Prozent weniger als vor einem Jahr ist aber mehr als die Analysten zuvor gedacht hatten.
Und auch die unlängst in die Schlagzeilen geratene Bank Wells Fargo, deren Chef John Stumpf mittlerweile zurückgetreten ist, meldete einen etwas höheren Gewinn je Aktie als zunächst erwartet: Nach Steuern verdiente sie 5,6 Milliarden Dollar in der Zeit von Juli bis September. Am Montag folgt dann die nach JP Morgan zweitgrößte amerikanische Bank Bank of America.
JP Morgan Jamie Dimon wiederum berichtete an diesem Freitag konkret auch über um mehr als acht Prozent auf 25,51 Milliarden Dollar gestiegene Einnahmen seiner Bank. Damit übertraf er die Erwartungen der professionellen Marktbeobachter deutlich.
Der volatile Handel nach dem Anti-EU-Votum in Großbritannien wirkte sich dabei positiv aus. Im wichtigen Anleihegeschäft kletterten die Einnahmen um knapp 48 Prozent auf 4,33 Milliarden Dollar. Auch die Anleihe-Händler der Citigroup konnten ihr Ergebnis verbessern auf beinahe 3,5 Milliarden Dollar.
Von solchen Ergebnissen kann beispielsweise die Deutsche Bank derzeit nur träumen. Ihr droht eine Milliarden-Strafzahlung durch das amerikanische Justizministerium. Ende dieses Monats dürfte sie Details zu ihren Geschäften im dritten Quartal berichten. Analysten erwarten, dass das Institut vor und nach Steuern einen Verlust von rund 600 Millionen Euro gemacht hat.
