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Das Warten auf die Chance für eine Jahresendrally

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Mit dem amerikanischen Konzern Alcoa beginnt die neue Berichtssaison.

Seit Wochen tritt der Dax nahezu auf der Stelle. Die Richtungssuche dauere an, so Analysten. Investoren erhoffen sich jetzt frische Impulse durch die anlaufende Quartalsberichtssaison der Unternehmen.

Der deutsche Aktienmarkt steht in dieser Woche im Bann der beginnenden Berichtssaison in den Vereinigten Staaten. Im Hintergrund schwelt zudem die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik der Vereinigten Staaten. So bleibt auch nAlcoa – traditionell als eines der ersten Unternehmen – Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor. Weil die Aluminium-Industrie als Gradmesser für die Konjunktur gilt, könnten die Resultate von Alcoa durchaus die Richtung an den Märkten beeinflussen. Am Freitag öffnen dann die Großbanken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo ihre Bücher. Auch hierzulande steht die Berichtssaison vor der Tür. Von den Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hieß es, die Firmen könnten ihre Anleger mit guten Quartalsergebnissen erfreuen. „Der zuletzt starke Ifo-Index deutet auf positive Unternehmensnachrichte hin.“ Damit stünden die Chancen auf eine Jahresendrally gar nicht so schlecht.

Bereits am Mittwoch legt Cropenergies seine Quartalszahlen vor. Ende September hatte der Biokraftstoffhersteller trotz des Preisrückgangs auf dem Ethanolmarkt seine Umsatzprognose erhöht. Einen Tag später präsentiert dann die Cropenergies-Mutter Südzucker ihre endgültigen Resultate. Ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht der Flughafenbetreiber Fraport seine Verkehrszahlen für September.

Aus Konjunktursicht könnte derweil eine Erholung des am Dienstag anstehenden ZEW-Index die Wachstumserwartungen weiter aufhellen, schrieb Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Helaba. Generell gäben die global wieder günstigeren Konjunktur-Frühindikatoren etwas Rückenwind für Aktien, meinte der Experte Manfred Bucher von der Landesbank BayernLB. Allerdings bleibe abzuwarten, wie lange dies gerade in Europa der Fall sein werde. Bucher erinnerte daran, dass die Brexit-Verhandlungen laut Premierministerin Theresa May spätestens im März 2017 beginnen. Damit rückten mögliche Bremseffekte für die Konjunktur näher.

Experten zufolge geht es Donald Trump an. Analysten fürchten bei Trump einen radikalen Bruch mit der bisherigen Wirtschaftspolitik. Das Programm des Republikaners weise protektionistische Züge auf, so dass mit phasenweiser Unsicherheit an den Aktienmärkten gerechnet werden müsse, fürchtet JohannesFlieckenschildt von der Weberbank. Allerdings dürfte das Prinzip der gegenseitigen Kontrolle der staatlichen Organe dafür sorgen, dass Trump radikale Maßnahmen nicht ohne Weiteres durchsetzen kann.