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Läuft sich gut ohne Gurt

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Das Licht der LEDs durchdringt die Haut

Garmins neue Sportuhr lockt mit zwei neuen Funktionen. Sie misst die Herzfrequenz über das Handgelenk und lässt sich mit Touchdisplay bedienen. Wie zuverlässig ist das?

Als Läufer ist man daran gewöhnt, während der Trainingseinheiten den Brustgurt umzuschnallen und Knöpfe zu drücken. Insofern ist es eine neue Erfahrung, mit der Vivoactive HR von Garmin unterwegs zu sein. Sie misst die Herzfrequenz über einen Sensor, der am Rücken der Uhr angebracht ist. Wie andere Hersteller auch, wie zum Beispiel Apple bei seiner Watch, nutzt Garmin grünes LED-Licht, das die Haut für wenige Millimeter durchdringt, wo es von den Blutgefäßen verschieden stark reflektiert und von einem Sensor aufgefangen wird. Weil Gefäßdurchmesser und der Blutfluss zunehmen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, kann dadurch der Puls berechnet werden.

Die zweite Funktion, die das Besondere an diesem Garmin-Modell ausmacht, ist das Touchdisplay. Dieser berührungsempfindliche Bildschirm nimmt Befehle durch einen leichten Fingertipp entgegen. Da die Sportuhr auch noch verhältnismäßig klein ist, wollten wir wissen, ob sie auch für den ambitionierten Läufer taugt.

Normalerweise sind wir mit der Forerunner 235 unterwegs. Mit der neuen Sportuhr vermissen wir nichts. Das Touch-Display reagiert schnell und zuverlässig, das Scrollen des Bildschirms funktioniert problemlos. Auch mit schwitzigen Händen. Ausschließlich so lässt sie sich allerdings nicht bedienen. Zwei kleine Knöpfe unterhalb des Displays muss man ebenso einsetzen. So führt der Weg zur morgendlichen Joggingrunde zunächst über einmaliges Drücken der rechten Taste, dann einen Fingertipp auf „Laufen“ und ein abermaliges Drücken der rechten Taste. Auch wenn man den Lauf, etwa an einer Ampel, unterbricht, müssen beide Menüebenen bedient werden.

41717613 Das Licht der LEDs durchdringt die HautBilderstrecke

Nach einigen Läufen kommt man mit der Menüführung gut zurecht. Selbst beim Schwimmen und Radfahren macht die Vivoactive HR alle Aktionen anstandslos mit. Nur während eines Mini-Triathlons stieß sie an ihre Grenzen. In dem Wissen, dass es keine echte Triathlon-Uhr ist, wollten wir einfach die einzelnen Disziplinen nacheinander messen. Doch kurz nach dem Sprung auf das Fahrrad scheiterten wir daran, das Touchdisplay zu bedienen. Der Blick auf die Uhr hat uns zu sehr und lange abgelenkt. Da wären dann Knöpfe doch von Vorteil gewesen, weil man diese, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, hintereinander drücken kann.

Bei der Herzfrequenzmessung konnten wir keine Unregelmäßigkeiten feststellen. Die GPS-Ortung funktionierte reibungslos, die Uhr war nach wenigen Sekunden bereit. Wohingegen wir bei der Forerunner 235 doch häufiger Probleme haben. Wie alle anderen Produkte des Unternehmens arbeitet sie mit Garmin Connect. Dort verwaltet man mit einem eigenen Konto seine Ergebnisse und kann sie mit anderen vergleichen. Ganz praktisch ist die Connect-App, die es für iPhone und Android-Geräte gibt. Man synchronisiert einfach die Sportaktivität mit dem Smartphone, das wiederum die Daten auf das Konto von Garmin Connect schiebt, sodass diese von überall aus über die Homepage abrufbar sind. Neue Bildschirmdesigns, Widgets oder Apps für die Uhr lassen sich über den Store herunterladen.

Das Angenehme an der Sportuhr ist ihre kompakte Größe. Sie wiegt mit einem Gewicht von 47,6 Gramm mehr als die Forerunner-Modelle, fühlt sich dennoch leicht an, weil sie sich perfekt um das Handgelenk legt. Bei den runden Forerunner-Modellen haben wir doch hin und wieder das Gefühl, dass die Uhr leicht übersteht, also auf dem Handrücken zu spüren ist.

Im Alltag fällt die Vivoactive HR zudem weniger auf. Mit 270 Euro kann sie manchem Sportler recht teuer vorkommen, weil sie nicht die Anmutung einer klassischen Sportuhr hat. Andererseits verfügt sie über die meisten Funktionen, die man braucht, und sieht zudem schick aus. Sucht man also eine Uhr für Sport und Alltag, könnte die Vivoactive HR die richtige sein.