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Darauf freuen sich die Kopfhörer

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Der DP-X1 von Onkyo. Links sieht man schön den symmetrischen Aufbau mit zwei Wandlern und Verstärkern.

Das Smartphone als Musikspieler ist nicht schlecht. Doch es gibt noch besseres für die Hosentasche. Etwa den digitalen Audio-Player DP-X1 von Onkyo mit Android als Betriebssystem.

Wer Musik in der Hosentasche verstaut, nutzt häufig sein Smartphone. Doch was tun, wenn sich die Lieder noch besser anhören sollen, der Bass vielleicht doch zu schwach ist und die Höhen nicht so seidig sind, wie sie sein sollten? Und was ist, wenn mal eine hochauflösende Datei spontan über eine Micro-SD-Karte abgespielt oder ein leistungshungriger Kopfhörer angetrieben werden soll? Dann gelangt das Smartphone an seine klanglichen Grenzen und spielt nicht alle Formate ab.

Für Anspruchsvolle gibt es deswegen digitale Audio-Player. Und nicht wenige: Von Astell&Kern, die mit dem AK 380 für zirka 4000 Euro die obere Grenze gesetzt haben, 42015646 Zwei Kopfhörerausgänge, einer davon ist symmetrisch

Wenn man auf die Oberseite des DP-X1 blickt, findet man dort nicht nur einen gewöhnlichen Kopfhörerausgang in Form einer 3,5 Millimeter großen Klinke, sondern auch einen kleineren mit 2,5 Millimeter Durchmesser und der Kennzeichnung „balanced“. Dadurch können Kopfhörer symmetrisch angesteuert werden, weil die Signalverarbeitung des DP-X1 ebenfalls symmetrisch ist. Diese gilt als besonders wertig. So sind im Onkyo-Player jeweils ein Digital-Analog-Wandler ES9018K2M und ein Verstärker 9601K von Sabre verbaut.

Es gibt allerdings wenige Kopfhörer, die symmetrisch aufgebaut sind. Außerdem sind sie teuer, weil es sich meist um High-End-Modelle handelt. Zudem muss dem Kopfhörer ein entsprechendes Kabel mit einem 2,5-Millimeter-Klinkenanschluss beiliegen. 42015650 Wie man sieht, kann der DP-X1 auch DSD-Dateien abspielen

Android als Betriebssystem sollte Standard unter Audio-Spielern werden. Es lassen sich Streaming-Dienste wie Tidal, Spotify oder Deezer einfach installieren. Dadurch ist das Musikrepertoire nicht auf lokale Dateien beschränkt. Das ist ein absoluter Vorteil gegenüber anderen Playern, auf denen man keine Apps installieren kann. Tidal könnte für Nutzer des DP-X1 noch eine besondere Rolle spielen, weil es möglicherweise bald MQA-Formate streamt.

Das sind hochauflösende Dateien, die dank eines neuen Kodierungsverfahrens dennoch die Größe einer Datei in CD-Qualität haben. Sie werden beim Kodieren „gefaltet“ und beim Entkodieren „entfaltet“. Zudem werden schon bei der Produktion im Tonstudio Informationen über eingesetzte Filter bei der Analog-Digital-Wandlung gespeichert, die dann etwa der DP-X1 lesen und berücksichtigen kann.

Wir haben von Tidal gestreamte Lieder ebenso gehört wie auf dem Onkyo-Spieler im MQA-Format gespeicherte Songs. Letztere kann man übrigens auch auf dem Smartphone abspielen, sie werden dann als Flac-Format behandelt. Im Hörtest haben wir also die gleichen Dateien auf dem S7 von Samsung und DP-X1 miteinander verglichen. Der Onkyo-Spieler lässt den Liedern nach obenhin doch etwas mehr Freiheit. Die Höhen können sich mehr entfalten, was dem Gesamteindruck guttut. Meistens klingt die Musik ein wenig luftiger. Dennoch muss man auch hier relativieren: Maßgeblich für guten Klang aus der Hosentasche bleibt der Kopfhörer.