
Wir hatten Mut und Vertrauen, weil es so einfach scheint: Den Anbieter für Telefon und Internet zu wechseln. Es wird schon alles gut werden. Dachten wir.
Man hatte uns gewarnt – ihr seid tagelang nicht erreichbar, ein Wechsel macht immer Probleme -, doch darüber konnten wir nur milde lächeln. Ein Büro, das tagtäglich mit Technik zu tun hat, wird so eine Lappalie wie einen Anbieterwechsel ja wohl in den Griff bekommen. Dachten wir.
Also schritten wir zur Tat und beauftragten mit Vodafone einen Anbieter, der eine schnellere Telefon- und Internetleitung und bessere Verbindungsqualität zum günstigeren Preis versprach. Allerdings lief der alte Vertrag erst Monate später aus, und in der Zwischenzeit legte uns Netcologne ein vergleichbares Angebot vor, das wir annahmen, um uns den bei einem Wechsel fälligen Aufwand zu ersparen. Dachten wir. Bis uns plötzlich die Bestätigung von Vodafone erreichte – herzlichen Glückwunsch, am 31. Mai richten wir Ihren neuen Anschluss ein! Aufgescheucht kontaktierten wir die Kunden-Hotline, die uns sehr verständnisvoll zum Widerspruch riet – heute absenden, und dann bleibt alles beim Alten. Dachten wir.
Wieder das Gedudel der Vodafone-Hotline ertragen
Sicherheitshalber – man weiß ja nie – horchten wir ein paar Tage später bei Netcologne noch einmal nach. Dort hieß es, Vodafone hätte unsere Rufnummern angefordert, und man sei verpflichtet, diese freizugeben. Auch der Hinweis, wir hätten den Auftrag längst widerrufen und storniert, half nicht – der gute Mensch im Shop vor Ort und auch die Hotline brauchten etwas Schriftliches. Also wieder das Gedudel der Vodafone-Hotline ertragen und endlich jemanden erreicht: Ja, der Widerruf ist eingegangen und wird in der zuständigen Abteilung bearbeitet, eine schriftliche Bestätigung gibt es per E-Mail spätestens in ein, zwei Tagen. Na, dann sollte ja alles gut werden. Dachten wir.
Drei Tage ohne Bestätigung später erneutes Kämpfen durchs Vodafone-Hotline-Gedudel mit dem gleichen Ergebnis: Der Widerruf sei in Bearbeitung. Dann könnte man doch in der „zuständigen Abteilung“ direkt mal vorsprechen? Nein, weiterleiten könne man von hier nicht, hieß es. Und die entsprechende Rufnummer dürfe man nicht herausgeben – schade!
Am Tag X passierte dann Folgendes: Zwei von drei Rufnummern des Büros waren tot, was manche Auftraggeber schon fälschlicherweise als Geschäftsauflösung interpretierten. Vier Tage später flatterte doch tatsächlich die Bestätigung des Widerruf ins Postfach: „Ihr Vodafone-Anschluss wurde trotz Ihres Widerrufes eingerichtet. Wir bitten dieses Versehen zu entschuldigen.“ Versehen? Wohl kaum. Das Schreiben kündigte die Vodafone-Abschaltung für den 17. Juni an- dann könnte Netcologne unsere drei Rufnummern wieder übernehmen und aktivieren. Dachten wir.
Leider sind wir aber seitdem telefonisch gar nicht mehr erreichbar. Alle Leitungen sind tot, den Kontakt nach außen übernimmt allein der Mobilfunk. Ohne Handy geht nichts mehr. Laut Netcologne wurden die Leitungen nach der „versehentlichen“ Einrichtung durch Vodafone anderweitig belegt, und jetzt gibt es keine freie Leitung mehr. Das liege aber nicht an Netcologne – Schuld soll jetzt angeblich die Telekom sein, die über die letzten Meter der Leitung bis ins Gebäude wacht. Ob man sich da mal hilfesuchend an die Hotline wenden sollte?
