
Viele würden das „Darknet“, wo der Amokläufer von München seine Pistole erwarb, am liebsten verbieten. Besser nicht, sagen Experten. Illegale Waffen gebe es auch woanders, und die Anonymität sei wichtig.
Nach dem Amoklauf in München hat der Chaos Computer Club (CCC) davor gewarnt, die anonymen Bereiche des Internets zu verteufeln. „Das Bedrohungsszenario, das von deutschen Behörden gezeichnet wird, ist nicht sehr realistisch“, sagte Linus Neumann vom CCC der Deutschen Presse-Agentur.
Der Amokläufer soll sich im „Darknet“ die Waffe für seine Tat besorgt haben. Tatsächlich habe er dafür laut Medienberichten Monate gebraucht, sagte Neumann. In der realen Welt wäre dies wahrscheinlich sehr viel schneller gegangen. Der Umfang des Drogen- und Waffenhandels im „Darknet“ sei weitaus geringer als derjenige außerhalb des Internets.
Darknet schützt Dissidenten
Das „Darknet“ ist ein Teil des Internets, der nicht über herkömmliche Suchmaschinen zugänglich ist. Durch Weiterleitung über mehrere Knoten im Netz ist der Ursprung von Daten nicht mehr nachzuvollziehen. Ursprünglich wurde es zum Schutz von Dissidenten entwickelt, die darauf angewiesen sind, anonym zu veröffentlichen und sich informieren zu können. Das gelte heute insbesondere für Menschen in der Türkei, Iran oder Syrien, sagte Neumann: „Hier ist eine Abwägung von Schaden und Nutzen wichtig.“
Das Bundeskriminalamt (BKA) stellt an diesem Mittwoch seine Erkenntnisse zur Entwicklung von Cybercrime vor. Auch zum „Darknet“ will sich BKA-Präsident Holger Münch aus Anlass des Amoklaufs äußern.
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LKA-Chef: Waffe des Amokläufers stammt wahrscheinlich aus Darknet
