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„Der Autopilot fährt besser als Sie“

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Rupert Stadler, Vorstandschef von Audi in Ingolstadt

Audi-Chef Rupert Stadler glaubt an das autonome Fahren. Wie Audi sich in dieser Branche behaupten will, erklärt er im Interview.

Herr Stadler, heißen die Automarken von morgen Apple und Tesla?

Ich bin fest davon überzeugt, dass gerade Audi zu den Marken von morgen zählen wird. Unsere Aufgabe ist es, auch in zehn Jahren sexy Autos zu entwickeln und zu fertigen. Sie werden umfassend vernetzt sein und unseren Kunden das Leben erleichtern. Das Auto wird zum größten Mobile Device.

Was muss ein Auto künftig können? Muss es alleine fahren?

Am Ende wird wohl das vollautonome Fahren stehen, allerdings braucht es dafür noch Zeit. Zunächst kommt das pilotierte Fahren. Und mit der neuen Generation unseres A8, die wir 2017 auf den Markt bringen, werden wir der erste Automobilhersteller sein, der das in dieser Form anbietet.

Was bedeutet pilotiertes Fahren?

Im Audi A8 wird der Fahrer im Stau auf der Autobahn bis zu Tempo 60 die Hände vom Lenkrad nehmen können, in diesen Phasen übernimmt der Autopilot. Diese Technologie wird sukzessive ausgebaut, so dass in der Zukunft auch höhere Geschwindigkeiten ohne aktiven Fahrer-Eingriff möglich sein werden. Damit nähern wir uns dem vollautonomen Fahren an, das in einem Auto kein Lenkrad und keine Pedalerie mehr nötig macht.

Sind Sie sicher, dass die Leute nicht mehr selbst fahren wollen? Manchen macht das Spaß.

Es bleibt dem Kunden überlassen, das zu entscheiden. Aber es macht niemandem Spaß, morgens und abends im Stau zu stehen. Stop and go kann der Autopilot besser und vor allem viel effizienter.

Ist Ihr Pilot in Deutschland überhaupt erlaubt?

Wir gehen davon aus, dass dies bis zum Markteintritt des neuen A8 der Fall sein wird. Bundesverkehrsminister Dobrindt ist sehr aktiv auf diesem Feld. In Amerika ist in einzelnen Bundesstaaten wie Nevada und Kalifornien das pilotierte Fahren schon heute zulässig.

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Erklärvideo: Wie funktionieren selbstfahrende Autos?

Können Sie garantieren, dass im selbstfahrenden Audi dereinst keine tödlichen Unfälle passieren?

Wir werden eine systematisch erprobte Technologie auf die Straße bringen. Und wir werden unseren Kunden auch klar sagen, was damit geht und zulässig ist und was nicht.

Es fahren bald die selbstfahrenden Google-Mobile, die braucht man nicht zu kaufen, die holt man sich nach Bedarf: Ist das die Zukunft?

Solche Szenarien sind denkbar. Das Automobil wird sich in den nächsten Jahren tiefgreifend verändern…

…und in der Hierarchie der Bedürfnisse der Menschen immer weiter nach hinten rutschen?

Keinesfalls. Die Menschen werden das Auto immer schätzen, weil es ihnen einen hohen Grad an Freiheit garantiert. Aber wenn der Nutzer wie in São Paulo 30 Tage pro Jahr im Stau verbringt, ist das nicht angenehm. Für diese Schmerzpunkte müssen wir technologische Antworten finden.

Eine Antwort lautet: Die Leute teilen sich Autos. Daimler hat dafür „Car2go“, BMW „Drive-Now“, Audi nichts, warum?

Wir haben das geprüft und sind der festen Überzeugung, dass wir unsere Mobilitätsangebote im Premium-Bereich machen werden. In den letzten Jahren haben wir drei Pilotprojekte erprobt. Die werden wir jetzt sukzessive ausrollen. Audi select zum Beispiel. Da bekommen Sie den Wagen, nach dem Ihnen der Sinn steht. Im Sommer ein Coupé oder Cabrio, im Winter ein SUV.

Dafür verlangen Sie happige 1500 Euro im Monat. Ist die zahlungskräftige Klientel so groß, dass sich das lohnt?

Dass so ein Service etwas mehr kostet, ist klar. Aber ein Premium-Kunde hat auch eine höhere Kaufkraft und höhere Erwartungen. Dafür erhält er maximale Flexibilität und einen guten Service.

Die Hälfte des Umsatzes, so war zu hören, soll künftig das digitale Angebot einspielen, wie soll das gehen?