
Die Alarmanlage Arlo von Netgear ist mobil, mit Batterie und Funkanbindung. Sie spricht ein technikaffines Publikum an, das mehr in Richtung Cloud und Push-Nachrichten denkt.
Gleich in der ersten Nacht wird der Hausbesitzer von seiner neuen Alarmanlage geweckt. Sie hat draußen auf dem Grundstuck eine Bewegung erkannt, gemeldet von einer der drei Kameras. Es ist nicht die Katze des Nachbarn, auch nicht der Fuchs. Die Bewegung ist vielmehr die der Kamera selbst. Sie hat sich von ihrer erst tags zuvor angebrachten Befestigung gelost und ist vom Balkon auf die Straße gekracht. Es gibt ein schones Video des freien Falls, die Alarmmeldung auf dem Smartphone – aber keine Sirene.
Das von uns erprobte Arlo-System von Netgear spricht nämlich ein technikaffines Publikum an, das mehr in Richtung Cloud und Push-Nachrichten denkt. Die Arlo-Kameras weisen etliche Besonderheiten auf: Sie lassen sich einzeln verwenden oder als maximal 15 Stuck zählende Gruppe. Die Optik im Plastikgehäuse ist wasser- und staubgeschutzt nach der Schutzklasse IP 65, lässt sich also draußen anbringen, benotigt kein Stromkabel, sondern Batterien, funkt ihr Bild per W-Lan zur Alarmzentrale, und wer einen originellen Standort fur den Blick auf Haus, Hof und Straße sucht, kann die Einheit sogar in einem Baum verstauen. Die ovale Kamera hat vorn ihr optisches Auge mitsamt Bewegungsmelder, im Gehäuseinnern sind vier CR-123-Einweg-Fotobatterien zu verstauen, die im laufenden Betrieb zwischen vier und sechs Monate halten sollen. Zehn Stuck kosten 15 Euro.
Die Kameras lassen sich einzeln verwenden oder als maximal 15 Stück zählende Gruppe.Bilderstrecke
An der Ruckseite befindet sich eine kugelformige Aussparung mit Magnet, die Teil der mitgelieferten Befestigung ist. Das Pendant ist eine ebenfalls magnetische Halbkugel, die man an der Wand befestigen kann, damit beide Partner ein Paar bilden. Im Prinzip funktioniert es, aber eine Schraube allein hält die Last nicht, vor allem nicht draußen bei Wind und Wetter. Die Halterung eignet sich bestenfalls fur den Einsatz im Haus. Wir bestellten deshalb zusätzlich die Indoor-Outdoor-Halterung mit drei Haltepunkten und einem Gewinde zum Anschrauben der Kameras.
Wer draußen nach dem richtigen Standort fur die Kameras sucht, beachte, dass die Bewegungserkennung uber eine Distanz von hochstens viereinhalb Meter funktioniert. Und je weiter die Optik entfernt ist, desto schlechter lassen sich naturlich Unbefugte identifizieren. Nachbargrundstucke und offentliche Wege sollten nicht im Blickfeld der Kamera liegen. Nicht nur aus juristischen Grunden, sondern auch zur Vorbeugung von Fehlalarm. Es ist gar nicht mal so einfach, den richtigen Platz zu finden, war unsere Erfahrung.
Unabdingbar ist eine Basisstation einzurichten
Einfacher konnte zudem die Einrichtung der Anlage sein. Unabdingbar ist eine Basisstation einzurichten. Ein Lan-Kabel verbindet sie mit dem Router, sie hat ein externes Netzteil, und es durfen maximal 90 Meter zwischen ihr und den einzelnen Kameraaugen liegen. Jede Kamera ist mit der Basisstation zu koppeln, und dabei hilft die Smartphone-App – oder auch nicht.
Ist die Prozedur uberstanden, zeigt die Netgear-Anlage ihre Stärken in der App oder im Web-Browser. Das Gebotene ist beeindruckend. Die einzelnen Kameras lassen sich in der ubersichtsdarstellung mit einem Blick erfassen, und sämtliche Alarmmeldungen sind mitsamt Video in einer kalendarisch geordneten Bibliothek zu finden. Die Daten selbst liegen in der Cloud, wo sie auch dann abrufbar sind, wenn ein Einbrecher die Kameras stiehlt oder beschädigt. Im unentgeltlich bereitgestellten Basispaket sind hochstens ein Gigabyte mit Videos von bis zu funf Kameras sieben Tage gespeichert.
