
Die App „Jodel“ behauptet, ihre Nutzer blieben unerkannt. Jetzt, da jemand über „Jodel“ einen Amoklauf angekündigt hat, zeigt sich, dass das zum Glück nicht so ist.
Mehr als eine Million Menschen „jodeln“. Mit der App „Jodel“ lassen sich Nachrichten und Bilder an Nutzer schicken, die sich im Umkreis von zehn Kilometern befinden. Besonders häufig jodeln Studenten, um den neuesten Campus-Talk zu verbreiten. „Die Sprucheklopfer bleiben anonym“, hieß es dazu jungst bei „Spiegel Online“. „Das Prinzip der Smartphone-App Jodel ist es, dass alle Nutzer unerkannt bleiben. Das soll die Nutzer animieren, moglichst freizugig und ungehemmt uber ihren Alltag zu plaudern.“ Deshalb gebe es keine Registrierung und keine Anmeldung.
Dass es trotzdem Regeln gibt, hatte wohl ein Student in Suddeutschland vergessen, als er vor wenigen Tagen einen Amoklauf via „Jodel“ ankundigte, als geplante Opfer Studenten der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften nannte und die Frage stellte, wie man so etwas am besten anstelle und wie schnell die Polizei am Tatort eintreffen wurde. Die Polizei traf rasch ein – an der Wohnungstur des Jodlers. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, seine Ankundigung war wohl nicht ernst gemeint, trotzdem muss er mit einer Anklage wegen Storung des offentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten rechnen.
Anonymität schutzte ihn nicht. „Die während seiner Nachricht hinterlassenen Längengrade und Breitengrade und seine IP-Adresse wurden uns vom Unternehmen uberlassen“, sagt die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Behorde habe auch fruhere Chat Beiträge des Anwenders angefordert und erhalten. Der „Jodel“-Grunder und Geschäftsfuhrer Alessio Avellan Borgmeyer sagte dieser Zeitung, man sei keine Plattform, auf der man das Gesetz brechen durfe. Man habe bewusst mit der Polizei kooperiert. Auch bei „Jodel“ gibt es fur „Sprucheklopfer“ also Grenzen, zum Gluck.
