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Apple erneuert – aber erfindet nicht neu

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Craig Federighi, Vize-Präsident von Apple und zuständig für die Software-Entwicklung, stellt Siri für den Mac vor.

Persönlichere Apps und mehr Schnittstellen zwischen den Geräten: Auf der Apple-Entwicklerkonferenz bleibt die Revolution aus. Einige Neuerungen machen das Leben jedoch komfortabler.

Die Entwicklerkonferenz von Apple, WWDC, findet traditionell im Juni eines jeden Jahres statt. Doch nicht nur Entwickler erwarten diese mit Spannung, auch Apple-begeisterte Normalverbraucher hoffen jedes Jahr aufs Neue auf Innovation und Inspiration. In den vergangenen Jahren enttäuschte Apple mit trägen Veranstaltungen, auf denen nur wenig vorgestellt wurde – und kassierte dafur in den sozialen Netzwerken Kritik.

In diesem Jahr war das anders. Nach einer Schweigeminute Tim Cook und Craig Federighi durch zwei Stunden von Präsentation und Spielerei.

Das Liveblog zum Nachlesen der Keynote iPhone den „Gold-Standard, an dem alles andere gemessen wird“. Die Apple Watch sei schon ein Jahr nach ihrer Einfuhrung das Gerät schlechthin fur ein gesundes Leben. Das Betriebssystem iOS habe die Welt verändert, so der Apple-Chef.

Apple Pay kommt auf den Desktop

Die Neuerungen lassen sich am ehesten unter den Schlagworten Personalisierung und Vernetzung zusammenfassen. Apples Sprachassistentin Siri bekommt eine neue Rolle. So ist Siri kunftig nicht mehr nur auf den mobilen Endgeräten verfugbar, sondern wird auch vom Desktoprechner Mac aus zugänglich sein. Durch den Zugriff auf den Desktop bietet Siri nun viel mehr Moglichkeiten als die mobile Version zuvor.

Sie kann den Rechner durchsuchen, plant Ausfluge, kann Musik abspielen und sagt Freunden per Nachricht auch schon mal ab, wenn der Nutzer das so wunscht. Der stärkere Fokus auf intelligente Sprachanwendungen lässt Apple wieder zu den Konkurrenten Google und Amazon aufschließen. Diese hatten mit ihren smarten Losungen fur zuhause in den vergangenen Monaten Aufsehen erregt. Dem Ladenhuter „Apple Home“ widmet Software-Chef Craig Federighi allerdings kaum Zeit. Hier gibt es offenbar weniger Spektakuläres zu berichten.

Ebenfalls auf dem Desktoprechner zu finden sein wird in Zukunft auch der Bezahldienst Apple Pay. Bislang nur uber iPhone oder iPad erreichbar, ist der Dienst nun auch beim Einkaufen am Desktop-Rechner nutzbar und erleichtert das Geld ausgeben. Die Reichweite des Bezahldienstes in Europa soll zudem ausgedehnt werden – uber einen Starttermin in Deutschland wird jedoch weiter geschwiegen. uberhaupt stellt Apple mehrere Schnittstellen zwischen mobilen Geräten und dem Mac vor. Neben Siri und Apple Pay konnen nun auch Daten am Mac eingefugt werden, die von einem iPhone oder einem iPad in die Zwischenablage kopiert wurden. Zudem ist das Entsperren des Mac per Apple Watch moglich.

Das Betriebssystem Watch OS 3 ist eine weitere großere Neuerung. Zwar stellte der Konzern – SMS gerät aufs Abstellgleis Die herkömmlichen Sprechblasen, in denen Textnachrichten verschickt werden (hier im Beispiel WhatsApp), werden bei Apples iMessage in Zukunft variabler sein.

So sind zahllose Sticker (ein Art vergroßerter Emoticon zu verschiedenen Themen) verfugbar. Auch Sprachnachrichten und Songtitel konnen direkt verschickt werden. Außerdem konnen die Nutzer nun Dinge „laut“ sagen (der Text erscheint in großen Sprechblasen) oder „leise“ (kleine Sprechblasen). Auch bestimmte Effekte wie Luftballons oder Konfetti lassen sich verschicken. Der in diesem Zusammenhang wohl interessanteste Aspekt ist ein „Blurred“-Effekt, der sich uber Nachrichten legen lässt, die privat sind. Die Nachricht erscheint erst dann in Klarschrift, wenn der Empfänger einmal daruber streicht. Mit diesen neuen Features macht Apple seinen Nachrichtendienst iMessage interessanter und ruckt den Konkurrenten WhatsApp und Facebooks Messenger auf die Pelle. Da storte es auch keinen, dass das Vorfuhr-iPhone vor lauter „Emojis“ und „Bubble Effects“ zwischenzeitlich alle Viere von sich streckte.

Keine Revolution

All diese Modernisierungen werfen naturlich eine Frage auf: Was ist mit dem Datenschutz? Der sei gewährleistet, sagt Federighi, und erklärt, man erstelle keine Nutzerprofile und die Daten wurden nur lokal auf den Geräten ausgewertet. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Google und Facebook, die enorme Datenmengen in riesigen Rechenzentren sammeln und erst dort analysieren. Apple verspricht außerdem, die Ende-zu-Ende-Verschlusselung als Standard einzufuhren. Auch das eine verbraucherfreundliche Ansage.

Die Mobiltelefonie hat Apple auch auf dieser Entwicklerkonferenz nicht neu erfunden, die Revolution blieb aus. Doch einige Neuerungen konnen sich durchaus sehen lassen. Auf das iOS 10, das im Herbst kommt, durfen die iPhone-Nutzer gespannt sein und auch das neue Watch OS bringt offensichtlich eine echte Verbesserung fur die Apple-Uhr mit sich.