
Die Leica X-U macht ganz besonders einen auf taff. Die Robustkamera aus Wetzlar kostet 3250 Euro. Sie soll nur in einer Auflage von etwa 1000 Stück produziert werden.
Zu den Lagerfeuer-Legenden der Leica-Welt gehoren die Geschichten von M-Kameras, die absturzten und reparierbar uberlebten oder die ihr Leben ließen, als sie ihren Besitzer im kriegerischen Kugelhagel beschirmten. Da scheint die Leica X-U, die gerade ganz besonders einen auf taff macht, nicht aus der Art geschlagen zu sein. Was andere Hersteller längst in der dritten oder vierten Generation haben, Robustkameras, staubdicht, wasserfest auch unterhalb der Schnorcheltiefe, gegen Kälte resistent und sturzfest, bringen die Wetzlarer nun, uber den Daumen gepeilt, zehnmal so teuer, nämlich fur 3250 Euro als eine Modifikation der Leica X.
Der wesentliche Unterschied zu Outdoor-Kameras anderer Hersteller: Hinter dem – unter seiner verschraubten Glasluke selbstverständlich innen fokussierenden und fest verbauten – Summilux 1:1,7/23mm (knapp 35 Millimeter Kleinbildäquivalent) sitzt ein wesentlich großerer 16-Megapixel-Sensor im APS-C-Format (23,6 – 15,7 Millimeter). Das fuhrt dazu, dass die X-U vor allem wegen ihrer knapp neun Zentimeter Tiefe nicht mehr bequem in die Tasche des Skianzugs passt. Ihre 620 Gramm, rundherum mit Gummi armiert, liegen aber sehr gut in der Hand.
Wegen der Unterwassertauglichkeit hat die X-U weder einen Blitz-Mittenkontakt noch Schnittstellen wie HDMI oder USB.
Das Bedienkonzept ist klassisch: Man wählt keine Betriebsart, Firlefanz wie Motivprogramme gibt es bis auf eine Taste fur Unterwasserbetrieb sowieso nicht. Man wählt Zeit, Blende und Entfernung – oder lässt die Kamera das automatisch tun. Dummerweise haben das Zeiten- und das Blendenrad keinen Anschlag. Man kann sie also nicht blind bedienen. Dagegen läst sich am breiten Fokussierring des Objektivs (Naheinstellgrenze: 20 Zentimeter) mit einem Dreh zum – nicht gerade sonderlich flotten – Autofokus schalten, ohne hinzugucken. Beim Einschalten rutscht man schon an Land schnell in die Dauerfeuerposition des Auslosers- wie das im Wasser und mit Handschuhen sein mag, kann man sich denken. Das Menu ist eine grauenhaft lange Liste, durch die man sich hindurchhangeln muss.
Wegen der Unterwassertauglichkeit – eine Stunde lang in bis zu 15 Meter Tiefe, wird verhießen – hat die X-U weder einen Blitz-Mittenkontakt (der Miniblitz uber dem Objektiv hat Leitzahl 4) noch Schnittstellen wie HDMI oder USB. GPS ist nicht an Bord. Die Bildstabilisierung rechnet aus zwei Bildern ein scharfes zusammen. Dass die Leica Rohdaten speichern und MP4-Videos drehen kann, versteht sich. Die Bildqualität entspricht der Leica X und vermeidet strikt besondere Buntheit. Die X-U soll nur in einer Auflage von etwa 1000 Stuck produziert werden- die Liefersituation sei „entspannt“, hieß es in Wetzlar.
