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Talentierte Knirpse für den Schreibtisch

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Praktisch zum Arbeiten: Yamaha NX-N500

Die zierlichen Boxen von Yamaha arbeiten aktiv. Sie verstehen sich, ganz zeitgeistkonform, auf drahtlose Musikübertragung. Die Funklautsprecher bringen alle gängigen Standards mit, auch Apples Airplay.

Schwarzer Kasten, weiße Membran – da war doch mal was? Richtig, Lautsprecher mit diesem Gesicht zählten einmal zu den Standard-Werkzeugen in den Tonstudios dieser Welt. Yamaha hat sie gebaut, und jetzt will der japanische Hersteller an die große Tradition seiner Abhormonitore anknupfen – allerdings mit Gerätschaften, die eher Wohnzimmerregale oder die Schreibtische in Arbeitszimmern bereichern sollen. Sie heißen NX-N500, zählen zur Gattung der Zweiwege-Bassreflex-Lautsprecher und leisten nicht nur Beiträge zur Erinnerungskultur: In den neuen Yamaha-Knirpsen, Paarpreis 800 Euro, steckt eine Menge interessanter Technik.

Die zierlichen Boxen arbeiten aktiv und verstehen sich, ganz zeitgeistkonform, auf drahtlose Musikubertragung. Erst vor acht Monaten hat Yamaha seine eigene Streaming-Technik namens Musiccast eingefuhrt. Seither beherrschen fast alle neuen Audiogeräte des Herstellers diese Art des Funkverkehrs. Musiccast nutzt normale W-Lan-Verbindungen, baut also kein separates Netz auf. Als Musikquellen kommen Archive auf Netzwerk-Festplatten und Rechnern in Frage, eine Internetverbindung erschließt das Radio-Universum im World Wide Web, und naturlich mischen auch Streaming-Dienste wie Spotify, Juke und Napster mit. Vermisst haben wir Tidal, jenen Service, der Musik in CD-Qualität anbietet.

Ganz ohne Kabelsalat kommt ein NX-N500-Pärchen nie aus

Die Musikubertragung funktioniert obendrein auch nach Apple-Manier: Die Lautsprecher geben sich im Heimnetz als Airplay-Spielpartner zu erkennen und konnen so empfangen, was iTunes abspielt. Und wenn das Smartphone nur mal rasch ein paar Stuckchen funken soll, bietet sich eine Bluetooth-Funkbrucke an. Auch diesen Standard unterstutzen die Boxen. Allerdings: Ganz ohne Kabelsalat kommt ein NX-N500-Pärchen nie aus, denn die linke Box versorgt ihr rechtes Gegenstuck uber eine symmetrische XLR-Kabelverbindung mit Tonsignalen.

Wer auf seinem Notebook Tonschätze in hochster Auflosung hortet, kann sie direkt uber ein USB-Kabel anliefern. Ein passender Anschluss nimmt PCM-Signale mit Auflosungen bis 192 Kilohertz/24 Bit entgegen, DSD-Datenstrome mit 5,6 Megahertz sind ebenso willkommen. Soll ein CD-Player mitspielen, so bietet sich ein optischer Digitaleingang als passende Schnittstelle an. Analoge Tonquellen schließlich konnen sich uber eine Klinkenbuchse mit den Lautsprechern verbinden. Zur Quellenwahl und zur Lautstärkeregelung gib es eine kleine Fernbedienung- komfortabler funktioniert die Steuerung uber eine Musiccast-App, die auch bei der Einrichtung der Netzwerk-Verbindungen hilft.

Mit ihren akustischen Leistungen uberzeugen die Yamahas: Sauber abgestimmt, treffen sie Klangfarben sicher, verleihen Obertonen angenehmen, eher dezenten Glanz und breiten eine weite Buhne aus. Somit sind sie eine willkommene, klanglich klar uberlegene Alternative zu allen Funklautsprechern, die beide Stereokanäle aus einem Gehäuse abstrahlen. Nur etwas mehr Basskraft hätten wir uns gewunscht – da bieten andere Boxen-Kleinkaliber oft mehr.