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Kameradrohnen bei Sportereignissen im Einsatz

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Spektakuläre Videos von großen Sportereignissen entstehen meist mit Kameradrohnen. Das ist jedoch nicht ungefährlich – besonders wenn sich Sportler und Drohne ins Gehege kommen.

Rallye-Weltmeisterschaft, starke Autos, tolle Bilder: das Beste ist naturlich der Drift, wenn sich der Bolide seitwärts durch die Kurve schiebt. Stets geht es um hohe Kurvengeschwindigkeiten, um provoziertes ubersteuern durch schieren uberfluss an Motorleistung. Die spektakulärsten Fotos liefert neuerdings eine Kameradrohne. Vom Boden aus ferngesteuerte Flugobjekte sind jedoch umstritten. Im Dezember wurde der Skirennläufer Marcel Hirscher beim Weltcup-Slalom in Italien fast von einer absturzenden Drohne getroffen. Der Flug war genehmigt worden, aber der Pilot hatte den fur ihn reservierten Korridor verlassen. Angeblich sturzte die Drohne nach Akkuproblemen in der Kälte ab.

Sollte man deswegen großtmogliche Vorsicht an den Tag legen und auf den Einsatz der Kameradrohnen ganz verzichten? Während der Skirennen in Deutschland oder osterreich ist der Drohneneinsatz nicht erlaubt. Hier kommen neben Hubschraubern die Seilkameras zum Einsatz, mit denen man Kamerafahrten aus der Luft produzieren kann. Aber die Drohnenvideos sind bei allen Sportveranstaltungen auf dem Vormarsch. Das einzigartige Filmmaterial macht den Unterschied.

Aufnahmen auf Augenhohe

Wer derzeit eine der Veranstaltungen im Rahmen des FIA World Rally Championship (WRC) mitverfolgt, erkennt unmittelbar die Pluspunkte der fliegenden Augen: Der enge Blickwinkel des Teleobjektivs, der fur Aufnahmen aus dem Hubschrauber typisch ist, fehlt. Vielmehr begleitet die Kamera den Rennwagen dicht durch die Kurve, fast auf Augenhohe. Man merkt sofort, dass es sich auch nicht um eine Kamerafahrt auf dem Kran handelt, weil Perspektive, Winkel und Hohe von Runde zu Runde in unendlich vielen Variationen wechseln.

38718426Für Profis: Drohne Inspire 1 Pro von DJI mit hochwertiger Kamera am Gimbal.Bilderstrecke

Am Rande der Rally Sweden, die am 11. Februar in Karlstad startete, konnten wir den Drohneneinsatz im Motorsport mitverfolgen. Mit Beginn der diesjährigen Saison arbeiten WRC sowie sein Fernsehkanal WRC TV und der chinesische Drohnenhersteller DJI zusammen. WRC setzt nach wie vor funf Kameramannschaften und ein Helikopterteam ein, die Drohnen ergänzen also die vorhandene Ausstattung. Man komme mit ihnen niedrig und nah an die Fahrzeuge, heißt es beim WRC, und es werde weder uber den Rennwagen noch uber den Zuschauern geflogen.

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Die Rally Sweden von oben

Die Drohne ist die Inspire 1 Pro von DJI, die große Schwester der hier unlängst vorgestellten Phantom des Marktfuhrers. Der Basispreis dieses Quadcopters liegt bei rund 5000 Euro, er lässt sich mit Zubehor weiter in die Hohe treiben. Ungeachtet des semiprofessionellen Anspruchs handelt es sich um ein Ready-to-Fly-System mit ähnlich unkomplizierten Flugeigenschaften wie die Phantom. Die Software stabilisiert die Drohne, selbst der Laie kann die Maschine zumindest in der Luft halten.

Videoauflosung bei Rally nicht vollig ausgeschopft

Die neue Zenmuse-X5-Kamera soll gegenuber der bisherigen X3-Serie bessere Luftaufnahmen schießen. Die Optik setzt auf den Micro-Four-Thirds-Standard als Bildsensor, und es gibt Wechselobjektive von DJI, Panasonic und Olympus. Die Auflosung liegt bei 16 Megapixel, und wie gehabt sind 4k-Videoaufnahmen mit 4096 – 2160 Pixel ein Maximum, das aber während der Rallye nicht ausgeschopft wird. Gefilmt wird ausschließlich mit Full HD, um den Fernsehsendern die Arbeit zu erleichtern. 4k-Videos mussten sie vor der Verwendung herunterrechnen. Aufgezeichnet wird auf eine Micro-SD-Karte, die nach der Landung entnommen werden muss. Live-ubertragungen direkt ins Fernsehstudio sind moglich, werden aber während des diesjährigen WRC noch nicht unterstutzt.