
Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC prüft 14 neue Fälle, in denen das Zika-Virus wahrscheinlich durch Sex übertragen wurde. Einige der betroffenen Frauen sind schwanger.
Die amerikanische Gesundheitsbehorde CDC pruft 14 neue Fälle, in denen das vor allem fur ungeborene Kinder gefährliche Zika-Virus durch Sexualkontakte auf Frauen ubertragen worden sein konnte. Mehrere der betroffenen Frauen seien schwanger, teilte die Behorde am Dienstag mit. Die Zahl der Verdachtsfälle zeige, dass eine ubertragung durch sexuelle Kontakte häufiger sein konnte als bislang gedacht. In zwei der Fälle sei außer sexuellem Kontakt mit einem infizierten Mann, der kurzlich in eine betroffene Region gereist war, kein anderer Risikofaktor fur eine Zika-Infektion bei den Frauen bekannt. Die Testergebnisse der Männer stunden aber noch aus.
„Obwohl die sexuelle ubertragung des Zika-Virus moglich ist, bleiben Muckenstiche der primäre ubertragungsweg. Da es momentan keinen Impfstoff und keine Behandlung gibt, lassen sich Infektionen mit dem Zika-Virus am besten durch die Vorbeugung von Muckenstichen vermeiden“, heißt es im CDC-Bericht. Um eine mogliche Infektion durch Geschlechtsverkehr auszuschließen, empfiehlt die Behorde Schwangeren aber, Kondome zu verwenden oder auf Sex zu verzichten. Bislang weiß man, dass Zikaviren im Samen eines Infizierten sogar länger nachweisbar sind als im Blut. Ob das Virus durch Geschlechtsverkehr auch von infizierten Frauen auf Männer ubertragen werden konne, sei noch ungeklärt, heißt es bei der CDC.
„Lange Reise“
Insgesamt sind in den Vereinigten Staaten mehr als 80 Zika-Fälle bekannt. Meist wurde das Virus von Menschen eingeschleppt, die nach Lateinamerika gereist waren. Anfang Februar hatten die Behorden im amerikanischen Bundesstaat Texas erstmals einen Fall bestätigt, bei dem das Zika-Virus durch Sexualkontakte weitergegeben wurde. Erste Hinweise, dass Zika-Viren durch Sex ubertragen werden konnen, gab es schon im Jahr 2008. Damals soll ein amerikanischer Biologe, der im Senegal Mucken fur eine Malaria-Studie gesammelt hatte, seine Frau nach seiner Ruckkehr angesteckt haben. Bluttests auf Malaria, Dengue- und Gelbfieber blieben ergebnislos, aber zeigten schließlich, dass beide am Zika-Virus litten.
Das von der Gelbfiebermucke ubertragene Virus grassiert derzeit in Sud- und Mittelamerika. Brasilien ist besonders von der Epidemie betroffen: Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Nach Angaben der Behorden sind seit Oktober mehr als 4000 Babys mit Verdacht auf Mikrozephalie auf die Welt gekommen, mehr als 400 Fälle sind bislang bestätigt. Mikrozephalie ist eine Schädel- und Gehirnfehlbildung- die Gefahr ist groß, dass die Storung zu dauerhaften Behinderungen fuhrt. Wegen der Zika-Epidemie rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 1. Februar einen „weltweiten Gesundheitsnotstand“ aus.
WHO-Chefin Margaret Chan betonte am Dienstag bei einem Aufenthalt in Brasilien, wie schwierig der Kampf gegen das Virus sei. „Wir sollten uns darauf einstellen, dass dies eine lange Reise wird“, sagte sie in der Hauptstadt Brasí-lia.
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WHO-Chefin besucht Brasilien wegen Zika-Virus
