Computer & Internet

Smartphone LG G5 im Test auf dem Mobile World Congress in Barcelona

• Bookmarks: 8


Gut gemacht, LG! Weil das Unternehmen mit seinem neuen Oberklasse-Smartphone etwas wagt, fällt es auf dem MWC in Barcelona sofort auf. Das G5 lässt sich nämlich zerlegen und bestücken.

Es ist gar nicht mehr so einfach, als Hersteller von Smartphones aufzufallen und Kunden sowie Medien zu uberraschen. Zu häufig muss bei den neuen Modellen nach Veränderungen gesucht werden. Da wird mal eine Kante runder, der Prozessor schneller, die Kamera hochauflosender oder der Akku kräftiger. Einen Aha-Effekt losen die Unternehmen damit nicht aus. Das bedeutet noch nicht einmal, dass diese Entwicklung schlecht ist. Denn noch nie war das Niveau bei Smartphones so hoch wie im Moment, wie auf dem Mobile World Congress (MWC) zu sehen ist.

Dennoch freut man sich uber solche Smartphones wie das G5 wie LG. Zunächst sieht es ganz anders aus als der Vorgänger G4. Es hat seine kantige Form verloren, um nun mit mehr Rundungen und einem Metallrucken zu glänzen. Die Farben „gold“ und „pink“ folgen dem Trend, „titan“ und „silber“ sind die Klassiker, die uns besser gefallen. LG hat seine Wipp-Taste auf dem Rucken abgeschafft, dort gibt es jetzt nur noch einen Fingerabdrucksensor, wie etwa bei Huawei. Ebenfalls neu ist das doppelte Kamera-Auge. Auch andere Hersteller nutzen diese Technik: Eine Linse hat eine 78-Grad-Blende und die andere eine Weitwinkelblende mit 135 Grad. Der Prozessor wurde auf einen Qualcomm Snapdragon 820 aufgerustet, was momentan hochster Standard ist.

Der Bildschirm hat wie schon beim G4 eine QHD-Auflosung. Die Diagonale ist auf 5,3 Zoll geschrumpft. Bei 2560 x 1440 Pixeln ergibt das eine Dichte von 554 ppi. Am Bildschirm gibt es also wenig auszusetzen, was auch ein erstes Hands-on gezeigt hat. Nett ist die Funktion des „Always-on“, die auch Samsung im neuen S7 einsetzt. Durch eine energiearme Anzeigedarstellung konnen jederzeit Uhrzeit oder Mitteilungen abgelesen werden, ohne dass man das Display beruhrt.

Der modulare Aufbau

Jetzt wollen wir die uberraschung, die im Video zu sehen ist, nicht mehr weiter hinauszogern: Am G5 lässt sich der untere Rand abziehen, sodass gleich der ganze Akku mit herauskommt. Den zieht man wiederum ab, steckt ihn auf eines von zwei Modulen und schiebt dieses samt Akku wieder hinein.

In diesem Fall wächst an dem G5 ein Knubbel, der als Kamerahaltegriff dient. Mit einem Rädchen lässt sich etwa der digitale Zoom bedienen, mit einen Knopfchen die Kamera anschalten und auslosen. Zudem erhoht sich die Akkukapazität um 1200 Milliamperestunden auf 4000. Damit durfte das G5 auch am zweiten Tag nicht in die Knie gezwungen werden.

Auch als externer Wandler einsetzbar

Das andere Modul hat Bang&Olufson mitentwickelt. Gleiches Prinzip: Rand abziehen, Akku auf das B&O-Modul stecken und wieder rein damit. Das G5 wächst nur um wenige Millimeter in die Länge. Dafur hat es einen eigenen Wandlerchip mit Verstärker fur den Audioausgang. Signale werden also in gewisser Weise extern gewandelt und verstärkt. Diese Digital-Analog-Wandler liegen momentan schwer im Trend bei HiFi-Herstellern. Auch deshalb, weil im Zuge dessen hochauflosende Audio-Dateien sehr beliebt sind und erst einmal abgespielt werden mussen. Dank des Moduls schafft das G5 eine Auflosung von 32 Bit bei 384 Kilohertz. Da diese Dateien sehr speicherintensiv sind, muss sich der Nutzer allerdings auf seine Lieblingsalben beschränken.

Normalerweise muss man die Geräte – die meist mindestens genauso groß sind wie das Smartphone selbst – per USB-Kabel und mit einem Gummiring ans Hauptgerät klemmen. Das B&O-Modul wirkt da etwas eleganter. Nun hätte LG gleich den Chip ins Gerät bauen konnen, oder? Dann wurde aber etwas Funktionalität wegfallen. Das Modul kann als externer Dac auch an anderen Smartphone eingesetzt werden. Wie der klangliche Unterschied ist, konnten wir auf dem MWC leider nicht testen.

Fazit

Das Wechseln der Module funktionierte im Hands-on ganz ordentlich. Ab und zu musste an der Batterie etwas gezuppelt werden, damit sie sich loste. Wegen des neuen Designs fasst es sich besser an, hat sogar fast einen Handschmeichlercharakter. Im Vergleich zum ubergang von G3 auf G4 hat man als Testredakteur nun richtig Lust, das Gerät mal länger auszuprobieren. Dann muss sich im Alltag zeigen, ob die modulare Technik sinnvoll ist und funktioniert.