
Schweinegrippe, Ebola, jetzt auch die Zika-Epidemie? Die Weltgesundheitsorganisation erwägt die Ausrufung einer globalen Gesundheitskrise. Noch ist aber nichts entschieden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Notfall-Komitee fur den kommenden Montag einberufen, um daruber zu beraten, ob wegen der Verbreitung des Zika-Virus in Lateinamerika und Kopfmissbildungen bei Säuglingen ein weltweiter Gesundheitsnotfall (“Public health emergency of international concern”) ausgerufen werden soll. Das teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Donnerstag in Genf mit. Dazu sei eine Dringlichkeitssitzung mit zahlreichen Infektionsspezialisten einberufen worden. Das Virus verbreite sich in einigen Gegenden beinahe explosionsartig, sagte sie bei einer Sitzung des WHO-Exekutivrates in Genf.
WHO-Generaldirektorin Chan ist alarmiert. Sie hat am Ende die Entscheidung, was am Ende zum nationalen Gesundheitsnotfall erklärt wird.
Nach WHO-Angaben gibt es in Brasilien moglicherweise schon 1,5 Millionen Zika-Infektionen. Zugleich warnte die UN-Organisation vor Panik. „Das ist nicht Ebola“, sagte der zuständige WHO-Direktor und Leiter der Abteilung fur ubertragbare Krankheiten, Marcos Espinal. Die direkte Ansteckungsgefahr ist ungleich geringer. Die Krankheit werde bekanntermaßen durch Stechmucken verbreitet, sagte Espinal. Der Kampf gegen die uberträger sei daher entscheidend, aber er sei auch mit ublichen Mitteln moglich. Brasilien habe dabei bereits gute Fortschritte gemacht.
Im April 2009 war im Zuge der Schweinegrippe zum ersten mal der globale Gesundheitsnotstand nach dem Beginn einer Seuche ausgerufen worden. Ebenso durch einen Polioausbruch und die Ebola-Epidemie. Die volkerrechtlich bindende Wirkung dieser Notfallregelung bedeutet, dass Staaten auch außerhalb der unmittelbar betroffenen Seuchengebiete verpflichtet werden konnen, Notfallpläne und Gesundheitsschutzmaßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder zumindest des uberträgers der Viren verhindern sollen. Brasilien bekämpft die Mucken bereits massiv mit Insektenvernichtungsmitteln.
Der Zika-Erreger, der derzeit vor allem in Brasilien grassiert und bereits in 22 anderen Ländern registriert wurde, steht im Verdacht, bei Schwangeren das ungeborene Kind teils schwer zu schädigen. Die WHO wies aber darauf hin, dass es „keinen Grund fur Panik“ gebe.
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Das Zika-Virus breitet sich aus
