Mobile Router fürs Ferienhaus passen in die Hosentasche und bringen die ganze Familie ins Netz. Praktisch ist auch der Car Fi von Huawei fürs Auto.
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Wer sich in den schonsten Wochen des Jahres nicht nur erholt, sondern auch die Tucken der Internetanbindung erlebt hat, mag fur die nächsten Ferien mit der Anschaffung eines Mobilfunk-Routers liebäugeln. Diese Geräte verhalten sich wie ein W-Lan-Router fur zu Hause, der wichtigste Unterschied ist die Netzanbindung. Sie erfolgt nicht mit DSL im Festnetz, sondern mit Mobilfunk und Sim-Karte- die Weiterleitung an die Endgeräte indes ubernimmt das W-Lan.
Im Unterschied zu einem UMTS-Stick oder dem Tethering mit dem Smartphone lässt sich nicht nur ein einziges Gerät ins Netz bringen, sondern nahezu jedes internetfähige Produkt, das W-Lan hat. Ein Tablet PC oder ein Musikstreaming-Gerät verhalten sich am Mobilfunk-Router wie gehabt, sie merken nicht, dass die Daten aus einer anderen Quelle kommen. Mit einer Sim-Karte kann die ganze Familie netztechnisch versorgt werden. Allerdings mussen sich alle Beteiligten die Bandbreite teilen.
Mobilfunk-Router von Huawei im Format einer Zigarettenschachtel mit integrierten Akku
Die Mobilfunk-Router, meist im Format einer Zigarettenschachtel, sind mit einem integrierten Akku ausgestattet, der den Einsatz unabhängig vom Stromnetz uber mehrere Stunden hinweg erlaubt. Damit ist gleich ein weiterer Pluspunkt gegenuber den UMTS-Sticks benannt: Letztere verringern die Akkulaufzeit des Notebooks spurbar, denn von ihm wird die Energie bezogen. Der Mobilfunk-Router, häufig auch als mobiler Hotspot bezeichnet, bietet mehr Autonomie und lässt sich noch im laufenden Einsatz uber die Micro-USB-Buchse und ein Standard-Ladegerät mit Strom betanken.
Die Inbetriebnahme der kleinen Begleiter erledigt man in der Regel im Web-Browser, eine Treiber-Installation ist also (im Unterschied zum UMTS-Stick) nicht erforderlich. Wie bei einem W-Lan-Router lässt sich der Zugriff durch Verschlusselung und Kennwort schutzen. Im Auslieferungszustand wird eine Funkzelle aufgebaut, Name und Kennwort in der Werkseinstellung sind entweder mit einem Aufkleber am Gerät ablesbar oder auf dem Display angezeigt. Hat man die W-Lan-Verbindung erstmals mit einem Rechner oder Smartphone aufgebaut, kann und sollte man den W-Lan-Schlussel ändern.
Car-Fi-Router von Huawei passt in die 12-Volt-Buchse des Fahrzeugs
Wer die Anschaffung eines mobilen Hotspots ins Auge fasst, achte auf einige Details der Ausstattung. An erster Stelle auf den flinken LTE-Standard, den Datenfunk in der vierten Generation nach UMTS. LTE (Long Term Evolution) ist nicht nur schneller als UMTS (mitsamt seiner Turbos wie HSDPA), sondern hat auch deutlich kurzere Signallaufzeiten. Man werfe einen Blick auf die unterstutzten LTE-Frequenzbänder, vor allem, wenn es um den Einsatz der Hardware im Ausland geht. In aller Welt gibt es derzeit rund 40 verschiedene LTE-Bänder, die meisten Geräte arbeiten indes nur mit bis zu zehn. In Europa sind die Frequenzen von 800, 1800 und 2600 Megahertz verbreitet, fur Asien beherrschen viele Geräte das 850-Megahertz-Band. Mau sieht es meist bei den in Amerika eingesetzten Frequenzen von 700 und 1900 Megahertz aus.
Das LTE-Tempo ist ferner abhängig von der verwendeten Hardware. ältere Modelle folgen beispielsweise der LTE-Spezifikation Cat 3 aus den Anfangszeiten der Technik. Mit Cat 3 sind in Empfangsrichtung brutto bis zu 100 MBit/s erreichbar, in Senderichtung die Hälfte. Cat-4-Geräte schaffen 150 MBit/s, und von Cat 5 und 6 an zundet die nächste Tempostufe, die LTE Advanced heißt und ein Spitzentempo von 300 MBit/s erlaubt. LTE Advanced ist jedoch derzeit nur in wenigen Stadtgebieten nutzbar.
Fehlt LTE am Einsatzort, schalten die Router zuruck auf UMTS mit HSDPA oder Edge und GPRS. Je weiter zuruckgeschaltet wird, desto geringer das Datentempo. Mit GPRS kann man vielleicht noch eine E-Mail oder Whatsapp-Nachricht empfangen, viel mehr jedoch nicht.
Auch bei der W-Lan-Ausstattung gibt es durchaus Unterschiede: Einige Modelle funken nicht nur im dicht besetzten 2,4-Gigahertz-Band, sondern fakultativ im weniger frequentierten 5-Gigahertz-Bereich. Luxus ist der Simultanbetrieb in beiden Bändern, man achte ferner auch hier auf das Tempo, das bei mindestens 300 MBit/s oder mehr liegen sollte. Optional ist ferner der gegebenenfalls eingebaute Speicherkarten-Schacht, mit dessen Hilfe man Dateien im W-Lan verteilen kann. Oft gehort auch eine App fur das Smartphone mit dazu, um den Akku-Ladestand abzufragen oder SMS-Kurznachrichten zu versenden.
Die Preise fur die Hosentaschen-Kästchen liegen je nach Ausstattung und LTE-Unterstutzung zwischen 50 und 200 Euro. Die besonders gunstigen Geräte haben in der Regel kein LTE. Ein typischer Vertreter dieser Gattung ist der M5350 von TP-Link, der dank UMTS und HSDPA auf eine Maximalgeschwindigkeit von 21 MBit/s. kommt, bis zu zehn Endgeräte ins Netz bringt und als weitere Extras einen Micro-SD-Kartenslot sowie ein Oled-Display mitbringt. Fur rund 50 Euro geradezu ein Schnäppchen, vorausgesetzt man benotigt kein LTE. Am oberen Ende der Fahnenstange lohnt ein Blick auf den großen und teuren Huawei E5770s, der rund 180 Euro kostet, sechs LTE-Bänder unterstutzt, eine Maximalgeschwindigkeit von 150 MBit/s bietet und mit einem opulenten 5200-Milliamperestunden-Akku die angeschlossenen Geräte länger als 24 Stunden ins Netz bringt.
Ein Spezialist furs Auto ist der Car Fi von Huawei, der praktischerweise gleich in die 12-Volt-Bordspannungssteckdose gesteckt wird. Mit der ins Gerät einzusetzenden Micro-Sim-Karte konnen bis zu zehn Partner ins Internet gebracht werden, die LTE-Download-Geschwindigkeit liegt bei maximal 150 MBit/s.
