Noch nie war das Fliegen einer Drohne so einfach. Aus großer Höhe entstehen faszinierende Aufnahmen. Aber Vorsicht: Es bleibt gefährlich.
Der erste Flug: Keine zehn Sekunden ist die Drohne in der Luft, als sie sich wie von Geisterhand gesteuert plotzlich auf den Rucken wirft und ihre vier Propeller in den Boden rammt. Wie schaltet man jetzt die Motoren aus, fragt sich der verdutzte Bruchpilot, denn die Anleitung hat er nur fluchtig gelesen. Der Schreck ist jedoch großer als der Schaden. Er beschränkt sich auf die leicht wechselbaren Plastik-Propeller. Und es wird eine Drohnen-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, fur 50 Euro im Jahr.
Die Phantom 3 Professional von DJI erweist sich als hart im Nehmen. In den folgenden Wochen ubersteht sie noch manche unsanfte Landung klaglos, und das Missgeschick zu Beginn hat sich nicht mehr wiederholt. Im Dauereinsatz zeigt sich: Der chinesische Hersteller, der seit fast zehn Jahren Drohnen baut, liefert hochwertige und ausgereifte Produkte fur den Vielflieger. Das Gerät ist auch vom Laien einfach zu bedienen, hat eine uberzeugende Stabilisierung in der Luft, und die Steuerung mit der beiliegenden Fernbedienung ist präzise.
An der Fernsteuerung der beiden gehobenen Modelle kann man Mobilgeräte mit einer Displaygröße bis 10 Zoll (25,4 Zentimeter) anstecken, die kleinere …Bilderstrecke
Die Freude am Fliegen geht zudem mit schonen Fotos und Videos einher, die von einer eingebauten Kamera an der Unterseite des Quadrokopters geschossen werden. Das optische System ist fest mit einem 3-Achsen-Gimbal fur die Bildstabilisierung verbunden. Die kardanische Aufhängung arbeitet bestens, so dass selbst bei Wind und schnellen Bewegungen verbluffend ruhige Kamerafahrten gelingen. Man suche auf Youtube nach entsprechenden Phantom-3-Videos und staune. Die Kamera unterscheidet sich je nach Modellvariante. Die gunstigste Phantom 3 fur 920 Euro heißt Standard und bringt eine Optik mit, die bei Videos mit maximal 2704 – 1520 Pixel und 30 Bildern in der Sekunde (fps) auflost. Auch Full-HD-Filme werden mit dieser Bildrate erfasst. Wer 1100 Euro fur die Advanced genannte Modellvariante bezahlt, bekommt bis zu 60 fps, und die von uns geflogene Professional (fur 1400 Euro) bringt es auf Videos in 4K (4096 – 2160 Pixel) und UHD.
Phantom funktioniert nur mit Smartphone
Als Codec kommt stets H.264 zum Einsatz, so dass sich die Filme mit einem aktuellen Windows-Betriebssystem oder dem Mac problemlos wiedergeben lassen. Sie werden auf einer Micro-SD-Karte aufgezeichnet. Fotos haben eine Auflosung von 4000 – 3000 Pixel. Neben JPG werden das Rohdatenformat (Raw) und HDR-Aufnahmen unterstutzt. Die Kamera hat eine Brennweite von 20 Millimeter, ihre Blende ist fest auf 2,8 eingestellt, so dass man die Helligkeit stets uber die Belichtungszeit oder die ISO-Empfindlichkeit justiert. Das alles gelingt mit App und Fernsteuerung nach kurzer Eingewohnung. Die Fernsteuerung des Standard-Modells hat weniger Tasten und eine reduzierte Funktionalität. Erst mit den Varianten Advanced und Professional kann man uber Einstellrädchen und Tasten den Ausloser starten oder Parameter ändern.
Ohne Smartphone arbeitet die Phantom nicht. An der Fernsteuerung der beiden gehobenen Modelle kann man Mobilgeräte mit einer Displaygroße bis 10 Zoll (25,4 Zentimeter) anstecken, die kleinere Fernsteuerung erlaubt nur den Smartphone-Einsatz. Auch die ubertragung des Bildes von der Drohne zur Fernsteuerung nimmt bei der Professional und Advanced einen anderen Weg: Die Aufnahme wird zunächst an den Controller geschickt und von dort aus mit einem USB-Kabel ans Mobilgerät. Die Standardversion nutzt hingegen eine W-Lan-Direktverbindung zwischen Optik und Smartphone.
